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Weiter Weg zu neuen Strukturen

1.-Liga-Präsident Jean-Marie Viaccoz ist mit seinem Vorschlag einer Umstrukturierung der NLB vorgeprescht. Aber selbst ambitionierte Erstligisten haben nur beschränkte Budgets.

Jean-Marie Viaccoz ist ein umtriebiger Mann. Im Juni hatte der Präsident der Amateurliga an deren Delegiertenversammlung erstmals Ideen für eine Umgestaltung der 1. Liga vorgelegt. Unter anderem eine «Super-1.-Liga» mit nur noch zwölf der ambitioniertesten Klubs, verteilt auf zwei Gruppen. Diskutiert wurde dar­über nicht: «Bevor wir über einen neuen Modus diskutieren, müssen wir die Strukturen im Schweizer Eishockey ändern», fordert Erwin Füllemann, Sportchef des EHC Winterthur und eines von sechs Mitgliedern des Verwaltungsrates von Swiss Icehockey.

Diese Woche nun sah die «Super-1.-Liga», die Viaccoz in einem Interview mit «Le Matin» vorschlug, etwas anders aus als das, was er einen Monat vorher präsentiert hatte: Nun sollte die NLB aufgelöst werden und die verbliebenen Klubs mit den besten Erstligisten eine «Super- 1.-Liga» mit 20 bis 24 Teams in zwei Gruppen bilden (siehe «Land­bote» vom Donnerstag).

Das Problem der NLB ist, dass sie immer kleiner wird und es für junge Spieler schwierig ist, einen Platz zu finden. Nach dem Konkurs Basels kämpfen noch neun Teams um acht Playoff-Plätze. Gut möglich, dass es für absehbare Zeit nicht der letzte finanziell bedingte Rückzug war. Andererseits fühlen sich Klubs wie Olten, Langenthal oder Visp in der NLB wohl. Sie haben dank Derbys und Playoffs gute Zuschauerzahlen, die Kasse stimmt einigermassen. Für sie muss sich nichts ändern.

Zwei Lager in der 1. Liga

In der 1. Liga, und das ist der Ausgangspunkt von Viaccoz, gibt es zwei Lager. In der Ostgruppe sind Winterthur, Dübendorf, die Pikes oder Chur Befürworter eines ambitionierten Betriebes, im Westen Sion, Düdingen oder Forward Morges. Der EHCW etwa hat letzte Saison mit Testspielen und Cup 54 Partien bestritten. Anderen Klubs ist dieser Aufwand, wie er im Moment betrieben wird, zu gross.

Es ist naheliegend, die ambitionierteren Klubs mit «Gleichgesinnten» aus anderen Gruppen zusammenzubringen. Für eine Teilnahme an der NLB ist der finanzielle Aufwand aber zu gross. «Ein wenig könnten wir beim EHCW das Budget erhöhen, aber sicher nicht viel», mutmasst Füllemann. Mit anderen Worten: Die derzeitige NLB ist den Erstligisten zu teuer, und auf die Derbys gegen Frauenfeld und Weinfelden will man auch nicht verzichten. Wenn der Betrieb in der NLB nicht billiger (zum Beispiel mit einem Verzicht auf Ausländer) und regional ausgerichtet wird, sind auch die ambitionierten Erstligisten kaum dabei. «Bis es da eine Lösung gibt, wird noch einige Zeit vergehen», glaubt Füllemann.

Interesse an einer grossen (allerdings zahlungskräftigen) NLB haben auch die NLA-Klubs. Sie sind es, die unter professionellen Bedingungen junge Spieler ausbilden. Nur wenige schaffen den Sprung ins Fanionteam. Für die anderen aber gibt es zurzeit zu wenige Abnehmer. Das bedeutet: Der Klub bekommt weniger Ausbildungsentschädigung. Und den Spielern, die jahrelang einen riesigen Aufwand betrieben haben, fehlen die Perspektiven. uk

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