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Weitere Schritte nach vorne

Im heutigen Heim-Spitzenspiel gegen den HC Kriens-Luzern winkt Pfadi die Chance, einen Verfolger zu distanzieren.

Marvin Liers Kontertor 42 Sekunden vor Schluss brachte das 31:31 ein. Pfadis Vorrundenspiel Anfang September beim HC Kriens-Luzern sah lange wie eine sichere Beute für die Winterthurer aus, ehe sie in Rückstand gerieten, aber trotz des 29:31 kurz vor Schluss noch diesen einen Punkt holten. Später unterlagen die Krienser, trainiert vom ehemaligen Pfadi-Captain Heiko Grimm, in Thun sowie beim BSV Bern und spielten gegen die Kadetten zu Hause 26:26 – nach 26:23-Führung. Derzeit liegen sie drei Punkte hinter Pfadi auf Platz 3. Ihr Auftritt heute ab 18.00 Uhr in der Eulachhalle also wird zum Spitzenspiel. «Dar­auf freuen wir uns», sagt Pfadis Trainer Adrian Brüngger. Seit jenem Unentschieden in Kriens hat sich Marvin Liers Karriere, die für einen 21-Jährigen ohnehin schon bemerkenswert verlaufen ist, weiterentwickelt. Der Linksaussen gab im Oktober mit den zwei Länderspielen in Katar sein Debüt im Nationalteam (und erzielte sieben Tore). Anfang dieser Woche nun verlängerte er den Vertrag mit Pfadi um zwei Jahre bis 2016. «Ich wollte gerne hier bleiben», sagt Lier. Für ihn ist Winterthur die richtige Destination, um weitere Schritte nach vorne zu schaffen. Topskorer mit 19 Jahren Als der Aargauer im Sommer 2012 zu Pfadi stiess, lag der Abstieg mit dem TV Endingen hinter ihm. Die damalige NLA-Abstiegsrunde hatte er als Top­sko­rer beendet – mit 90 Toren aus zehn Spielen. Im Alter von 19 Jahren war er der Leader der Mannschaft, der Spielmacher, Linksaussen und Penaltyschütze. «Ich musste es irgendwie reissen», blickt der Ehrendinger auf seine Endinger Zeiten zurück. Früher, in der Schweizer U17-Auswahl, war er noch als Kreisläufer aufgeboten worden. «Ich bin oft am richtigen Ort gestanden», sagt Lier dazu. Als andere Handballer um ihn herum kräftiger wurden, wechselte er auf Linksaussen. Dort kommen seine Qualitäten perfekt zum Tragen: Er ist beweglich, schnell und springt so hoch wie selten einer auf Schweizer Handballfeldern. «So hat man beim Abschluss mehr Zeit in der Luft …» Letzten Sonntag, als er bei Pfadis Erstliga-Team aushalf, übertrat er sich einmal mehr den linken Fuss, mit dem er abspringt und auf dem er landet. Verletzungen am Knöchel sind nichts Neues: «Tapen und weiterspielen – das ist schon fast Routine.» Seit dem Wechsel zu Pfadi änderte sich einiges. Lier war nicht mehr der Schlüsselspieler der Mannschaft, sondern einer, der sich im neuen Umfeld durchsetzen musste. Und er kon­zen­triert sich nun auf seine Aufgabe als Linksaussen. «Das war eine Umstellung, aber nicht im negativen Sinn», sagt er. «Dadurch kann ich am Flügel besser Fortschritte machen.» In der laufenden Meisterschaft ist Marvin Lier, der 2014 die Sport-Kantonsschule Aarau mit der Matur abschliessen wird, Pfadis drittbester Skorer. 13 seiner 40 Treffer versenkte er vor gut drei Wochen beim Kantersieg in Goss­au. In diesem Spiel blieb er ohne Fehlwurf und traf zweimal auch aus dem Rückraum. «Es ist von Vorteil, wenn einer schon auf verschiedenen Positionen gespielt hat», sagt Brüngger. Lier war an zwei Welt- und zwei Europameisterschaften mit der erfolgreichen Nachwuchsgeneration im Schweizer Handball dabei. Für ihn und Pfadi-Spielmacher Kevin Jud sind die Juniorenzeiten inzwischen Geschichte. Die Nationalmannschaft sei «ein längerfristiges Ziel», bemerkt Lier. Manuel Liniger und Marcel Hess seien dort auf Linksaussen «sicher klar vor mir», ergänzt er. «Ich möchte in ihre Fussstapfen treten. Aber ich lasse mich nicht verrückt machen, wenn das nicht gleich sofort passiert.» Und die Ziele mit Pfadi: «Wir nehmen Spiel für Spiel und wollen jetzt zuerst einmal in die Finalrunde», sagt Lier. «Weiter denken wir nicht.» Trotzdem sei ein Blick in die Ferne erlaubt: Schaffen die Winterthurer heute den sechsten Heimsieg in Serie über Kriens, dann haben sie bereits fünf Punkte Reserve auf die drittplatzierte Mannschaft, die ohne Heimvorteil in die Playoff-Halbfinals steigen muss.

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