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Weniger Zylinder, mehr Leistung

Der italienische Autohersteller Fiat baut das Motorenprogramm für den kürzlich lancierten 500L mit zwei 105 PS starken Varianten aus. Interessant ist vor allem der Zwei-Zylinder-TwinAir.

Downsizing ist in, der 500L ist aber das pure Gegenteil davon, ein aufgeblasener Cinquecento nämlich mit zwei zusätzlichen Seitentüren und einer Heckklappe. Etwas in dieser Richtung offerierte Fiat zwischen 1959 und 1969 schon einmal. Das kleine Auto nannte sich Multipla, baute auf dem damaligen Seicento mit Heckmotor auf und bot auf 3,54 Metern Länge bis zu sechs Personen Platz. Historisch gesehen der erste Minivan. Als sogenannter Frontlenker bildete die Windschutzscheibe den vorderen Karosserieabschluss. Aus Sicherheitsgründen ist ein solches Konzept natürlich nicht mehr denkbar, trotzdem nimmt der 500L den Grundgedanken des Multipla auf. Der auf dem aktuellen Cinquecento basierende 500L verfolgt die Idee einer Grossraumlimousine auf jetzt 4,15 Metern Aussenlänge glaubhaft. Der Fondsraum ist gigantisch und der Kofferraum mit 342 Litern ordentlich. Wenn hinten Kinder mitfahren, die wenig Platz brauchen, lässt sich die Rückbank nach vorne verschieben, dann wächst der Platz auf 400 Liter. Maximal sind 1310 Liter Ladekapazität möglich. Bisheriger Makel des 500L: Es fehlte dem 1245 Kilogramm schweren Kleinen mit 1,67 Meter hoher Stirnfläche ein Motor, der nicht nur für die Po-Ebene taugt. Maximal waren es 95 PS im 1,4-Liter-Benziner und 85 PS im 1,3-Liter-Turbodiesel. Nun schiebt Fiat den 1,6 Liter grossen MultiAir-Turbodiesel-Vierzylinder mit 105 PS nach. Das Aggregat hat zwei oben liegende Nockenwellen und vier über einen Zahnriemen gesteuerte Ventile pro Zylinder. Das maximale Drehmoment von 320 Newtonmetern verspricht hohe Durchzugskraft. Das Werk nennt eine Beschleunigung von 0 auf 100 Stundenkilometer in 11,3 Sekunden. Der Gesamtverbrauch wird mit 4,5 Litern auf 100 Kilometern angegeben und der Verkaufspreis ist auf 27 900 Franken angesetzt. Motorisch downgesizt ist der ebenfalls neue 0,9-Liter-Benziner mit zwei Zylindern und Turbolader sowie Ladeluftkühler. Das TwinAir genannte Aggregat steuert über eine Kette die zwei Auslassventile pro Zylinder über eine oben liegende Nockenwelle, während die insgesamt vier Einlassventile bei dieser Konstruktion hydraulisch betätigt werden. Der 105 PS starke Benziner ist mit 26 400 Franken günstiger als der Diesel. Der Standardsprint dauert dafür eine Sekunde länger, und der Verbrauch liegt im Schnitt 0,3 Liter höher, also bei 4,8 Litern auf 100 Kilometer. Das moderne TwinAir-Aggregat erfüllt übrigens bereits die strenge Norm Euro 6. Der Zweizylinder setzt sich ohne Anfahrschwäche in Bewegung und knattert etwas rau, aber sympathisch davon. Schon bei 60 Stundenkilometern schlägt die Schaltanzeige den sechsten Gang vor. Niedertourig oder mit konstanten Drehzahlen ist vom Zweizylinderkonzept mit maximal 145 Newtonmetern Drehmoment nichts zu spüren. Allerdings fragt man bei einer solchen Gangspreizung nach dem Sinn einer sechsten Stufe, besonders wenn die dritte Schaltgasse ungenau definiert ist. Auf der Autobahn ist man aber auch im obersten Gang kein Hindernis. Die Stopp-Start-Automatik ist bei beiden neu verfügbaren Motorisierungen serienmässig an Bord. Der TwinAir verfügt ausserdem über eine Eco-Taste, die das Drehmoment und den Verbrauch reduziert. Der 500L ist mit seinen grossen Fensterflächen, den vielen praktischen Ablagen und der angenehmen Haptik ein charakterstarker, sympathischer Kerl mit hohem Nutzwert für junge Familien oder für das ältere Paar, das einfach bequem einsteigen und gelegentlich Gartenmaterial transportieren möchte. Mit den neu verfügbaren Triebwerken sind Jung und Alt nun endlich auch adäquat motorisiert.

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