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Wenn das Büsi nicht Brennstoff werden soll

Rund 50 Kleintiere werden in Winterthur jede Woche in den Kadaversammelstellen entsorgt. Doch es gibt auch Alternativen.

Eines Tages war das geliebte Büsi tot. «Neben der Trauer stellte sich dann die einfache Frage: Wohin mit dem toten Körper?», sagt Alex Müller (Name geändert). In Winterthur werden pro Woche an die 50 Kleintiere entsorgt, dar­un­ter Meerschweinchen, Kaninchen, Katzen oder Hühner. «In der Regel können tote Tiere in den Kadaversammelstellen kostenlos abgegeben werden», sagt Jürg Stünzi, Leiter der städtischen Entsorgung. Jeder Stadtteil verfügt über eine solche Sammelstelle. Schwere und grosse Tiere können bei der Deponie Riet abgegeben werden. Zusammen mit Abfällen aus Schlachtbetrieben gelangen die Tierkörper zum Beispiel in eine Tiermehlfabrik. Dort werden die Kadaver gehackt, bei hohen Temperaturen ausgekocht und anschliessend getrocknet und gemahlen. Das Tiermehl wird danach einer Zementfabrik als Brennstoff zur Verfügung gestellt. Neu wird durch die Vergärung tierischer Abfälle auch Biogas hergestellt. Auch das ist aber nicht jedermanns Sache. «Viele Menschen haben Mühe mit der Vorstellung, dass ihr geliebtes Haustier der Wiederverwertung zugeführt wird. Sie wünschen sich einen würdigeren Abschied», sagt Stünzi. Eine Alternative ist die Bestattung im eigenen Garten. Dabei müssen allerdings bestimmte Vorschriften beachtet werden. Auf Privatgrund dürfen Tiere bis zu einem Gewicht von zehn Kilogramm vergraben werden. Das Grundstück darf aber nicht in einem Grundwasserschutzgebiet liegen. Die toten Tiere sollten zudem mindestens einen Meter tief vergraben werden, sonst legen sie die Füchse wieder frei. Verboten ist die Bestattung auf öffentlichem Grund. «Wer seinen toten Vierbeiner im Wald oder am Wegrand vergräbt, macht sich strafbar», sagt Lukas Mischler vom Baudepartement. Auch die Familie Müller pflegte zu ihrer Katze eine intensive Beziehung. «Es war für uns wichtig zu wissen, was nach dem Tod passiert», sagt Alex Müller. Eine Kadaversammelstelle kam für ihn nicht in Frage. Die Familie hat sich für ein Katzengrab im Garten entschieden. Gerade für die Kinder könne es hilfreich sein, wenn sie das Büsi selber begraben dürfen und später das Grab besuchen können, sagt Alex Müller. Informationen gibt es im Internet (Adresse www.bau.winterthur.ch, via «Abfall-Leitfaden» und «Sammelstellen» zu «Abdeckerei/Tierkadaver») oder unter der Telefonnummer 052 267 68 68.

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