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Wenn die tote Ehefrau aufersteht

Am vergangenen Wochenende präsentierte die Weinlandbühne die ersten drei Aufführungen des britischen Stücks «Geistreiche Komödie». Das Publikum war «very amused».

Alles beginnt mit einer harmlosen Einladung zum Abendessen. Der Schriftsteller Charles möchte sich für seinen neuen Roman, in dem es um eine esoterische Schwindlerin geht, inspirieren lassen. Dafür hat er die Parapsychologin Madame Arcati eingeladen. Für die medizinische Sicherheit während der Séance sorgt Dr. Bradman. Seine Frau, Mrs. Bradman, ist schon ganz aufgeregt. Der Plan von Charles geht jedoch gehörig schief. Seine verstorbene Gattin Elvira taucht plötzlich wieder auf und treibt Charles und vor allem seine Frau Ruth in den Wahnsinn. Das tollpatschige, aber beflissene Dienstmädchen Edith kommt mächtig ins Schwitzen und überrascht zum Schluss nicht nur die Lebendigen. Dreimal hat die Gruppe die Produktion nun schon aufgeführt. Der Löwensaal in Andelfingen war am vergangenen Samstagabend wieder ausgelastet. Das Stück, welches vom typisch britischen schwarzen Humor durchsetzt ist, kommt beim Publikum gut an. Schweizerdeutsche Adaption Die englische Komödie von Noel Coward hat Thomas Kromer, der im Stück den Doktor Bradman spielt, ins Schweizerdeutsche übersetzt. Die Mischung aus britischer Attitüde und Mundartausdrücken funktioniert erstaunlich gut. Das Spiel ist voller Si­tua­tions­komik. Ob nun Charles gerade mit dem nervtötenden Geist seiner verstorbenen Ehefrau streitet und damit seine gegenwärtige Gattin vor den Kopf stösst, die meint, er spreche mit ihr, oder ob die ätherische Madame Arcati versucht, die unerwünschte Besucherin aus dem Totenreich zu erschnuppern. Für Lacher ist bei dieser Komödie reichlich gesorgt. Besonders als die Si­tua­tion völlig aus dem Ruder gerät und Madame Arcati nicht nur die Lebenden, sondern auch die Toten verrückt macht, kann das Publikum nicht mehr an sich halten. Als die herumspukende tote Ehefrau von Charles das Publikum mit einem irren Lachen in die Pause entlässt, wird mit dem Applaus nicht gespart. Die Getränkekarte ist liebevoll an das Thema des Stücks angepasst und gestaltet. Während der Pause sowie vor und nach der Vorführung werden an der Bar geistreiche und geistlose Getränke angeboten. Beim Konsum der geisterhaften Getränke sind durchwegs positive Urteile wie «megaluschtig» oder «mal was anderes» zu hören. Auch die Leistung der Schauspieler wird unter den Zuschauern als sehr gut bewertet. Viele kennen einige der Darsteller persönlich. Nach der Pause geht es rasant weiter. Um den ungewollten Zauber rückgängig zu machen, führt Madame Arcati eine zweite Séance durch. Doch auch diese verfehlt ihr Ziel ein bisschen. Neue Regisseurin Dieses Jahr hat sich die Weinlandbühne, die bereits seit über 50 Jahren Kultur in die Region bringt, junge Unterstützung geholt. Eva Mann führte Regie bei der «Geistreichen Komödie» und kam beim Publikum sofort gut an. Insgesamt hat sowohl die Inszenierung wie auch die schauspielerische Leistung überzeugt und bereits Lust auf das nächste Stück der Weinlandbühne gemacht. Die Gruppe hat ein lustiges Stück auf die Bühne gebracht, das junge und alte Theaterfans begeistern kann. Es strotzt vor Witz und Charme, ist jedoch eher leichte Kost. Denn obwohl die dramatischen Ereignisse die Figuren zuweilen in den Wahnsinn treiben, bleiben tiefe Gefühle eher eine Seltenheit. «Geistreiche Komödie»,Weitere Aufführungen heute Freitag, 28. März, sowie 29. März/4. und 5. April, um 20.15 Uhr; Sonntag, 30. März, um 17 Uhr. Im «Löwen», Landstrasse 38, Andelfingen.Vorverkauf: www.weinlandbuehne.ch

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