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Wenn Legenden sich treffen

Grosses Kino in der Sarthe: Drei Runden auf dem ­legendären Rundkurs des 24-Stunden-Rennens in der Corvette C7 Stingray – gefolgt von einem Langstreckentest auf dem ­Weg zurück in die Schweiz.

Für einmal ist das Rahmenprogramm die Hauptsache. Das berühmte 24-Stunden-Rennen von Le Mans wird am Samstag um 15 Uhr gestartet, doch bereits haben wir drei Runden im ambitionierten Tempo auf der 13,5 Kilometer langen Strecke in der Sarthe absolviert. Als passendes Vehikel dient eine brandneue Corvette C7 Stingray. Der 6,2-Liter-Bolide macht seine Sache vor dem zahlreichen Publikum und vielen fotografierenden Streckenposten ausgezeichnet. Fahrprogrammschalter auf Track Mode und ab die Post. Die Parade der Corvettes – von der C1 bis hin zu sechs neuen Modellen der siebten Generation ist alles vertreten – arbeitet sich durch die Dunlop-Schikane zügig vor bis zur Tertre Rouge. Noch ist alles ganz gemütlich. Möglich gemacht hat die gepflegte Ausfahrt um 7:30 Uhr der Corvette Owners Club. Womit nicht zu rechnen war: Das vorausfahrende Safety Car lässt es richtig fliegen, und so dürfen auch wir die Schaltanzeige mit den in Reihe aufleuchtenden LEDs im Headup-Display ausreizen, über die Kerbs brettern und bis zu 1,5 G Querbeschleunigung – auch diese im Head-up-Display abzulesen – auskosten. Zweimal werden wir durch gelbe Flaggen eingebremst, denn zwei der ebenfalls mitfahrenden Lotus haben kapitale Motorschäden mit reichlich Ölverlust zu beklagen. Die Strecke muss rund um die Arnage-Kurve gereinigt werden. Doch als wir die C7 Stingray durch die Porsche-Kurven treiben, wird die grüne Flagge geschwenkt. So wird die letzte Runde zum kleinen Qualifying. Dennoch: Mehr als 240 Stundenkilometer können wir selbst auf der berühmten Hunaudières-Geraden nicht erreichen, notabene im vierten von insgesamt sieben Gängen. Die Gangwahl beschränkt sich auf der Runde ohnehin auf die Gänge zwei, drei und vier. Zu viele Fahrzeuge sind unterwegs, und es ist ja kein Rennen, sondern nichts anderes als eine einmalige Gelegenheit zur Fahrt auf einer der berühmtesten Rennstrecken der Welt, die nur wenige Stunden später zum globalen Nabel der Motorsportszene wird – letztlich gekrönt vom dritten Sieg des Innerschweizers Marcel Fässler im Hybridrennwagen Audi R18 e-Tron. Kaum geht die grosse Ausdauerschlacht rund um die Uhr in ihre Schlussphase, sind wir bereits auf dem Weg vom Strecken-Areal. Noch ein paar Auskünfte an Fans der neuen C7, die hören wollen, wie die vier zentral im Heck aufgereihten Endrohre den mächtigen V8 ertönen lassen, ein extra Gasstoss im Track Mode für den kon­trol­lier­ten Knalleffekt, und dann rollen wir von der abgesperrten Rasenfläche unweit des berühmten Riesenrads, die nur für Corvettes reserviert ist. Es folgt der Langstreckentest auf dem Heimweg. Die ersten 400 Kilometer, südlich an Paris vorbei, absolvieren wir im Touring-Modus. Sanft gleitet der 450-PS-Bolide über die Autobahn, nicht selten überholt von Schaulustigen, die in halsbrecherischen Posen auf dem Smartphone ein Corvette-Video aufnehmen wollen. Musik aus dem per Bluetooth gekoppelten Handy, aber bitte schön laut, denn der Lärmpegel ist selbst bei zurückhaltender Fahrt nicht gering. Wind- und Abrollgeräusche der 19-Zöller mit 245er-Bereifung vorne und 20-Zöller mit 285ern hinten sind die Hauptursache. Zeit zum Auftanken im Burgund. Wir gönnen der US-Sportwagenlegende eine Ladung 100-Oktan-Sprit und machen uns auf den Weg in die Franche Comté und ins Elsass. Die Autobahn wird nun kurvig und führt durch coupiertes Gelände – umschalten in den Sport-Modus. Die Abgasanlage meldet sich nun mit sonorem Bollern, besonders akzentuiert in den Beschleunigungsphasen. Das beherzte Angasen nach Mautstellen ist ein Fest für die Insassen und andere Verkehrsteilnehmer. Die Tanknadel zuckt. Ein kurzer Zwischenspurt auf dem 15 Kilometer kurzen Stück deutscher Autobahn ohne Tempolimit. Kurz, aber wirklich ganz kurz zeigt das Headup-Display Tempo 319 Stundenkilometer an. Dann schon folgt die Schweizer Grenze. Der Beamte zeigt nur begrenzt seine Freude an der nagelneuen Corvette mit deutschem Kennzeichen. «Und Vignette brauchen Sie bei uns keine?», ist alles was wir zu hören bekommen. In Glattbrugg bei Chevrolet Europe ist die Reise zu Ende. Vielen Dank, liebe C7, hast’s gut gemacht. Genauso gut wie die Renn-Corvettes in Le Mans, die in ihrer Klasse am Ende die Plätze 2 und 4 erzielen konnten. Gratulation!

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