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Wer hat den Flug 870 abgeschossen?

Seit 34 Jahren versuchen Ermittler, den Flugzeugabsturz einer DC-9 mit 81 Insassen bei Ustica aufzuklären. Nun mehren sich die Zeichen, dass die Maschine von Kampffliegern abgeschossen wurde.

Am 27.April 1980 stürzte eine DC-9 der italienischen Fluggesellschaft Itavia nördlich der Insel Ustica ins Meer. Alle 81 Insassen des Flugs 870 kamen ums Leben. Jahre später erst wurde bekannt, dass die Maschine von einer Luft-Luft-Rakete getroffen wurde. Nach 34 Jahren hat sich nun Frankreich zur Mithilfe bei den Ermittlungen bereit erklärt und dazu, Staatsgeheimnisse zu lüften. So konnte jetzt ein hoher Offizier der französischen Luftwaffe vor den ermittelnden Staatsanwälten in Italien aussagen. Wichtig dabei war eine Korrektur der Flugdaten der an dem Manöver beteiligten zwei französischen Jagdflugzeuge. Bislang lautete die offizielle Pariser Version, die beiden Mirage-Kampfjets seien um 17 Uhr auf ihren Stützpunkt in Korsika zurückgekehrt, also 4 Stunden vor dem Zwischenfall mit der DC-9. Vom Flug 870 war um 20.59 Uhr das letzte Signal aufgezeichnet worden, 2 Minuten später verschwand die Maschine vom Radar. Die jetzt von dem französischen Militärsprecher korrigierten Flugzeiten der Kampfjets decken sich mit früheren Aussagen eines Carabinieri-Generals, der genau zu diesem Zeitpunkt mit seiner Familie einen Urlaub in Korsika verbrachte und erklärte, noch gegen Mitternacht zurückkehrende Jagdflieger beobachtet zu haben. Die Flieger waren in eine internationale Aktion aus Militärfliegern Frankreichs und der Nato gegen libysche Kampfflugzeuge verwickelt, die schon länger andauerte. Radaraufnahmen zeigten Flugbewegungen von neun Kampfjets, darunter der beiden französischen Mirages.

In Luftkampf geraten

Schon der Start des Flugs 870 hatte sich an diesem Tag um 2 Stunden verzögert. Die DC-9 der Itavia sollte vom spanischen Barcelona nach Palermo auf Sizilien fliegen. In diesem Luftraum spielten sich zur Zeit des Fluges die Auseinandersetzungen zwischen libyschen Militärmaschinen und mehreren Staffeln von Nato-Kampffliegern ab. Offensichtlich geriet die Passagiermaschine in diesen Luftkampf und wurde abgeschossen. Alle beteiligten Seiten wahrten jedoch absolutes Stillschweigen oder lancierten bewusst falsche Hypothesen zur Absturzursache. Unter anderem wurde angegeben, das Flugzeug sei aus «Altersschwäche» auseinandergebrochen, eine These wiederum ging von einer «Explosion an Bord» aus.

Gutachten verschwanden

Erst 1987 wurde die DC-9 aus 3500 Meter Tiefe geborgen, der Flugschreiber wurde 1991 gefunden. Erste Gutachten, die einen Abschuss durch eine Luft-Luft-Rakete erklärten, verschwanden und wurden durch die Theorie der «Explosion» ersetzt. Viele Zeugen, beteiligte Piloten und ihre Vorgesetzten kamen später durch mysteriöse Unfälle oder Morde ums Leben.

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