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Wertvolles Kopernikus-Werk in Anna-Amalia-Beständen wiederentdeckt

Rund zehn Jahre nach dem verheerenden Brand in der Weimarer Anna Amalia Bibliothek ist bei der noch immer andauernden Sichtung der beschädigten Bücher eines der wertvollsten Exemplare der Sammlung wiedergefunden worden.

Es handle sich um eine 1543 gedruckte Erstausgabe des Hauptwerks des Astronomen Nikolaus Kopernikus, teilte die Klassik Stiftung Weimar am Freitag anlässlich einer Bilanz der Aufbauarbeiten mit. Es werde nun in der Spezialwerkstatt für das brandgeschädigte Schriftgut sorgfältig restauriert.

"Nur wenige Bücher haben den Blick der Menschheit auf die Welt und auf sich selbst so nachhaltig verändert", erklärte die Stiftung. Kopernikus' Hauptwerk mit dem Titel "De Revolutionibus Orbium coelestium, Libri VI" legte dar, dass die Erde um die eigene Achse rotiert und Teil eines um die Sonne kreisenden Planetensystems ist. Bis dahin waren die Menschen davon überzeugt, dass die Erde der ruhende Mittelpunkt des Universums sei.

Bücher sind heikler als Gebäude

Insgesamt steht nach Angaben der Stiftung der grösste Teil der 118'000 vom Brand und seinen Folgen beschädigten Bücher wieder zur Benutzung bereit. Das durch das Feuer seinerzeit schwer in Mitleidenschaft gezogene historische Bibliotheksgebäude mit dem berühmten Rokkokosaal ist bereits seit 2007 wieder geöffnet.

Von den rund 50'000 bei dem Feuer zerstörten Büchern hätten immerhin 10'000 durch andere Exemplare der selben Auflage ersetzt werden können, erklärte die Stiftung. "Die bauliche Sanierung der Bibliothek ist in drei Jahren perfekt gelungen. Der Wiederaufbau der Büchersammlung wird sehr viel länger dauern, aber wir freuen uns über das bisher Erreichte", teilte der Direktor der Anna Amalia Bibliothek, Michael Knoche, mit.

Wo Goethe und Schiller recherchierten

Am 2. September 2004 war in den oberen Stockwerken der Bibliothek ein Feuer ausgebrochen, das zahlreiche Bücher und Kunstwerke zerstört hatte. Viele weitere wurden damals auch durch Löschwasser beschädigt.

Die Bibliothek wurde von den Herzögen des Hauses Sachsen-Weimar und Eisenach ab dem Ende des 17. Jahrhunderts angelegt und war eine der ersten öffentlich zugänglichen fürstlichen Bibliotheken. Berühmte Dichter wie Goethe und Schiller arbeiteten mit ihren Beständen. Heute verfügt sie über etwa eine Million Bücher, davon rund 200'000 Werke aus der Zeit vor 1850. Sie versteht sich als Forschungseinrichtung mit dem Schwerpunkt deutsche Literatur um 1800.

(sda)

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