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Wettbüro soll Kassen der Rennbahn füllen

Der Besitzer der Dielsdorfer Pferderennbahn will eine neue Einnahmequelle erschliessen: ein Wettbüro, in dem Zocker täglich auf Rennen in ganz Europa setzen können.

Die Pferderennen in Dielsdorf haben letztes Jahr doppelt gelitten: einerseits unter dem Millionenbetrug des Ex-Präsidenten Martin Gloor, andererseits unter schlechtem Wetter, das dem Veranstalter Greenturf tiefrote Zahlen bescherte. Um die Finanzlage zu verbessern, will Rennbahnbesitzer Toni Kräuliger nun einen Teil des Geldes nach Dielsdorf umleiten, das grosse Wettanbieter in der Schweiz mit Pferdewetten verdienen. Möglich machen soll dies ein Wettbüro von Swisslos und dem grossen europäischen Wettanbieter Pari Mutuel Urbain (PMU) auf dem Areal des Pferdesportzentrums, in dem man jeden Tag Geld auf internationale Rennen setzen kann. Pari Mutuel Urbain machte 2013 einen Umsatz von umgerechnet 12 Milliarden Franken, davon rund 100 Millionen in der Schweiz. Ein Teil des Gewinnes fliesst zurück in den Rennsport. In Frauenfeld profitieren einzelne Rennen schon heute davon, im rentablen Avenches werden die Unkosten und Preisgelder sogar mehrheitlich aus den Wetten von Pari Mutuel Urbain gedeckt. Ähnliches soll nun auch in Dielsdorf möglich sein. Dafür müssen aber solche PMU-Rennen noch bewilligt werden von der Gesellschaft Adec, die sich um die Vergütung der Gelder kümmert. Swisslos hat bereits 60 Wettbüros in der Deutschschweiz eingerichtet und signalisiert, dass sie auch an einer Wettannahmestelle auf der Pferderennbahn Dielsdorf interessiert ist. Kräuliger schwebt vor, das täglich geöffnete Wettbüro mit TV-Übertragungen aller PMU-Rennen im jetzigen Tribünenrestaurant oder in der neuen, bewilligten Reithalle mit Restaurant einzurichten. Ob das bereits an den diesjährige Renntagen möglich ist, hängt von den Entscheiden von Adec und Swisslos ab. Ein Gratisrenntag fürs Volk Rennbahnbesitzer Kräuliger greift zudem auch aktiv in die Organisation von Rennen ein: Er führt am 23. August einen eigenen Renntag durch, den «Kräuliger Volksrenntag». Das Besondere daran: Der Eintritt ist gratis. «Ich bin überzeugt, dass wir so viele neue Besucher auf die Rennbahn locken können», sagt Kräuliger. Zudem wolle er beweisen, dass man auch mit der Hälfte des Budgets einen Renntag organisieren könne. Für einen Renntag mit einer gesponserten Preissumme von 120?000 Franken braucht es mindestens einen Deckungsbeitrag von 60?000 Franken. Der Rennveranstalter Greenturf unterstützt mit seinem OK den Volksrenntag. Die beiden Renntage vom 4. Mai und 7. September führt er weiterhin in eigener Regie durch. Nach der Winterpause sind die Arbeiten am 5 Millionen Franken teuren Ausbau des Pferdesportzentrums wieder aufgenommen worden. Anstelle der Stallung für die Kamele, die ein Züchter dort vorübergehend eingerichtet hatte, entstehen 26 neue Boxen, die noch auf vierbeinige Bewohner warten. «Wir brauchen neue Besitzer», sagt Kräuliger, «hier in Dielsdorf und im Galopp überhaupt.» Die neue Pferdewaschanlage hat sich im milden Winter bereits bewährt. «Mir ist es wichtig, dass sich die Pferde bei uns wohlfühlen und die Trainer, Reiter und Stallangestellten optimale Arbeitsbedingungen haben», sagt der Rennbahnbesitzer. Rund um das Pferdesportzentrum sind circa 120 Galopper eingestallt, die 50 bis 60 Arbeitsplätze generieren. Im Cross-Parcours wurden zwei neue Sprünge gebaut, um das Rennen fürs Publikum spektakulärer zu machen. Im Trabring wird ein grosser Sandplatz gebaut, in der neuen Reithalle eine Tribüne und ein Restaurant für internationale Anlässe.

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