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Wie der Dreh gelingt

Nun kann sich die Welt im Kreise drehen. Für die «Weihnachtsgeschichte» hat Manuel Paradiso im Theater Winterthur die Drehbühne gemacht. Am Sonntag hat sie ihren ersten Auftritt mit Claudia Cortis Kindertanztheater.

«Am Schluss ist alles einfach», sagt Manuel Paradiso. Und er sagt auch: «Am Schluss sieht alles nach wenig aus.» Das kann nur einer sagen, der weiss, wie viel in seiner Arbeit steckt. Und wie kompliziert eigentlich eine solche Sache ist. Es ist die Konstruktion einer Drehbühne. Am Anfang war eine Idee. Für die «Weihnachtsgeschichte» dachte sich Claudia Corti etwas Passendes aus. Die neue Produktion ihres Kindertanztheaters, die notabene am nächsten Sonntag im Theater Winterthur Premiere feiert, soll ganz den drei Geistern von Charles Dickens folgen: Diese nehmen die Hauptfigur Scrooge mit auf eine Reise an ganz verschiedene Orte. Von der Gegenwart in die Vergangenheit und Zukunft ist es hier auch nur ein Schritt. Ein Glücksfall Was machen? Eine Drehbühne war die Lösung. Drehbühnen erlauben auf dem Theater den schnellen Wechsel von Szenenbildern, aus dem Gestern ins Morgen. Nur: Im Theater Winterthur ist keine Drehbühne eingebaut. Also hiess die Frage zuerst: Wer kanns machen? In einem grossen Theater würde sich das technische Büro der Sache annehmen: Es zeichnet die Pläne, berechnet die Statik, bestellt das Material, ist für die Abrechnung zuständig. Winterthur ist aber kein produzierendes Theater. Hier werden die Vorstellungen, die von auswärts kommen, auf die hiesigen Verhältnisse adaptiert. Winterthur hat in dieser Hinsicht in der Theaterwelt einen sehr guten Ruf. Alle grossen Theater sind hier gerne zu Gast, vom Thalia-Theater Hamburg über das Deutsche Theater bis zum Akademietheater Wien. Im Theater Winterthur arbeiten auch Menschen, die auf Anfrage hin eine Drehbühne machen können, so wie Manuel Paradiso. «Wir sind professionell. Alles andere ist Laientheater.» Manuel Paradiso kommt aus einem produzierenden Haus. Für das Theater Basel hat der gelernte Schlosser, der auch in der Schreinerei zu Hause ist, lange gearbeitet. Das Theater Winterthur ist für ihn aber ein Glücksfall. In dieser Werkstatt, die notabene Ia ausgestattet ist, kann er alles machen. Auch die Drehbühne, die eigentlich eine Drehscheibe ist. Die Vorgaben hat er nach den eigenen Ideen umgesetzt. Manuel Paradiso war sozusagen technisches Büro und die Technik in einer Person. Es gehört schon viel dazu, im gegebenen Rahmen eine Siebenmeterdrehbühne zu machen, dies mit einem kleinen Budget und – nur zum Beispiel – ohne Biegemaschine für die Eisenträger. Manuel Paradiso hat das Beste daraus gemacht. Für jedes Problem, das sich stellte, fand er eine eigene Lösung, da hilft seine ganze Erfahrung. Denn auch mit geraden Eisenträgern kann man eine Drehbühne machen. So steht sie jetzt auf der Bühne. Bereit ist alles für den Auftritt. Die Probe zeigt: Das ganze System stimmt in sich, präzis ist die Drehbühne gearbeitet. Keine Schraube ist da zu viel, nichts zu wenig. Kinderleicht lässt sich das Ding bedienen – alles ist so einfach wie nützlich. Und auch sehr sicher: Da gibt es keine Vorhängli aus Stoff untenherum, sondern eine Blende aus Holz. Der Rahmen Mit der Drehbühne kommt eine ganze Welt in Bewegung. Drei Sektoren sind auf dem Rund ausgezeichnet: der blaue Teil, der weisse Teil, der schwarze Teil. Zusammen werden sie ein ganzes Haus sein: für Scrooge und seine Erfahrungen mit den Geistern von Weihnachten. Noch stehen die Bühnenbilder, die auf die Drehbühne montiert werden, an der Wand. Zu sehen sind aber schon die Räume, in denen die «Weihnachtsgeschichte» spielt: Scrooges Kontor zum Beispiel, in dem es sehr, sehr kalt sein kann. Und auch für den Schnee, der auf dem Dach liegt und aus dem Rahmen fällt, hat Manuel Paradiso eine stabile Lösung gefunden. Die Plache wird jetzt mit Sperrholz unterlegt. Aber alles, was dahinter ist, sieht man natürlich nicht, wenn die Geschichte auf der Bühne gespielt wird. Die ganze Arbeit liegt, wie überall in der Kunst, im Verborgenen. Eine WeihnachtsgeschichteKindertanztheater Claudia Corti, Theater Winterthur. Premiere: Sonntag, 27. Okt., 17 Uhr. Weitere Vorstellungen bis 8. Dez. Vorverkauf: www.theater.winterthur.ch

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