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Wie der Teddy zu seinem Gipsbein kam

Medizinstudenten bringen Primarschülern spielerisch den menschlichen Körper näher. Gestern in einem Primarschulhaus in Wollishofen.

Auf der Ufzgi-Tafel steht am Donnerstag «Teddy». Die 19 Schülerinnen und Schüler in Claudia Borns Klasse haben ein Stofftier in die Schule mitgebracht: dar­un­ter viele Teddybären. Den Unterricht der gemischten dritten und vierten Klasse im Wollishofer Schulhaus Manegg gestaltet für einmal nicht die Lehrerin. Das übernehmen vier junge Frauen und ein junger Mann: Sie studieren Medizin an der Universität Zürich und engagieren sich ehrenamtlich im Teddybären-Spital. In Schulbesuchen in der Region Zürich bringen sie Primarschülern einen Morgen lang die Funktionen des Körpers und medizinische Fragen näher, auf spielerische Art und Weise. Das Teddybären-Spital wurde gegründet, um Kindern die Angst vor Krankenhäusern zu nehmen. Lara Grossmann hält einen Pingpongball in der Hand. Die Medizinstudentin im dritten Jahr sagt: «Das ist ein Sauerstoffteilchen. Wofür brauchen wir diese weissen Bällchen?» Ein Mädchen sagt: «Zum Leben.» Borns Klasse weiss schon einiges über den menschlichen Körper. Dieses Thema behandelt die Primarlehrerin zurzeit im Mensch-und-Umwelt-Unterricht. Deshalb hat sie auch die Teddy-Ärzte eingeladen. «Fachleute bereichern den Unterricht. Sie bringen Wissen und auch Material mit, das ich selbst nicht habe.» Kinder sollten über ihren Körper Bescheid wissen Die angehende Ärztin erklärt zum Thema Blutkreislauf, dass die Sauerstoffmoleküle nötig seien, damit man die Muskeln, ja die Beine bewegen könne. «Sind die weissen Bälle verbraucht, verwandeln sie sich in schwarze. Die heissen Kohlendioxid.» Die Kinder sind kritisch. Ein Junge fragt – und macht es gleich vor –, weshalb er denn die Luft anhalten und seine Beine trotzdem bewegen könne. Grossmann weicht aus: «Du kommst jedenfalls ins Schnaufen, wenn du lange rennst.» Die Studentinnen lassen alle Antworten der Kinder gelten und finden auch nach abenteuerlichen Exkursen wieder zurück zum Thema. Studentin Lara Grossmann hörte von einer Kollegin zum ersten Mal vom Teddy-Projekt. Sie engagiert sich, weil sie gerne mit Kindern arbeitet und es wichtig findet, dass diese über ihren Körper Bescheid wissen. Der Aufwand sei klein: Das freie Sprechen und die bildlichen Erklärungen hat sie zu Hause geübt. Nur Vorlesungen schwänzen muss sie an diesem Donnerstagmorgen. In weiteren Blöcken lernen die Kinder etwas über die Sinnesorgane, die Verdauung und das Verhalten im Notfall kennen. Ganz zum Schluss dürfen sie ihren Teddybären noch einen Gips verpassen. Dar­auf haben sie sich schon die ganze Zeit gefreut.

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