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«Wie geht’s Dir?» – eine Frage, die vielen helfen kann

Kampagne Gegen Stigmatisierung von Psychischen KrankheitenWie es sich anfühlt, wenn man psychische Probleme hat und allein gelassen wird, erzählte gestern Franca Weibel. Und zwar anlässlich des Startes der «Wie geht’s Dir?»-Kampagne, die das Schweigen über psychische Erkrankungen brechen will.

Franca Weibel hatte als Jugendliche, von Depressionen getrieben, mehre Suizidversuche unternommen. Von jenem Teil ihres Umfeldes, das mit ihr überhaupt darüber sprach, gab es einen einzigen Rat: «Reiss dich zusammen.» Das half nicht wirklich weiter. Und als später eines ihrer Kinder an Schizophrenie erkrankte, «erlebte ich mit, wie meine Tochter von ihrem Umfeld ausgegrenzt wurde», erzählt Weibel. «Plötzlich wurde sie als gemeingefährlich eingestuft. ­Gerade sie, die jede Schnecke von Hand über die Strasse trägt, ­damit ihr nichts passiert.» Franca Weibel arbeitet heute bei Pro Mente Sana. Diese Stiftung hat gestern am Tag der psychischen Gesundheit in Zürich eine Kampagne lanciert, die von mehreren Kantonen und Fachorganisationen mitgetragen wird. Das Ziel: Psychische Erkrankungen sollen enttabuisiert werden. Psychische Erkrankungen – etwa Depressionen – verursachen alleine im Kanton Zürich direkte ­Gesundheitskosten von über 700 Millionen Franken, wie ­Regierungsrat Thomas Heiniger gestern ausführte. Diese Zahl müsse «zum Hinschauen, zum Handeln herausfordern». Und Thomas Ihde, Stiftungspräsident von Pro Mente Sana, ergänzte, dass dies ein Bereich im Gesundheitswesen sei, «den wir beeinflussen können».

Das grosse Problem dabei: Es bestehen gegenüber Personen, die psychische Erkrankungen haben, grosse Vorbehalte, wie Wulf ­Rössler, der frühere Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, sagte. Er selber werde ja im Rückspiegel auch schräg ­angeblickt, wenn er im Taxi als Zielort «Burghölzli» angebe. Mit der Kampagne «Wie geht’s Dir?» sollen «psychische Krankheiten zu normalen, zu akzeptierten Krankheiten» werden, sagte Regierungsrat Heiniger. Man wolle negative Vorurteile abbauen, ergänzte Roland Stähli, Leiter der kantonalen Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung. «Das soll dazu beitragen, dass Betroffene weniger aus­gegrenzt werden.» Zur Prävention propagiert die Kampagne ein eigentlich einfaches Mittel: Reden. «Über psychische Erkrankungen müssen wir sprechen», sagte Stähli. «Nur wenn wir beginnen, darüber zu reden, können wir auch einen guten Umgang mit den Pro­blemen finden.» og

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