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Wie Lea (15) in Kontakt mit dem Jihad kam

Sie sind einsam und finden im Internet neue Freunde: Der französische Geheimdienst hat abgehörte Gespräche veröffentlicht, die die Rekrutierung junger Leute für den Jihad dokumentieren.

Vor Attentat verhaftetBeten statt rauchen Dank der Abhörung der Gespräche gewinnt der französische Geheimdienst Erkenntnisse über den Werdegang vieler «Banlieue-Jihadisten». Die Zeitung «Le Monde» veröffentlichte am Mittwoch Gesprächsausschnitte aus Cannes. Da ist zum Beispiel Ibrahim (24). Er war Küchenlehrling, bevor er nach Syrien flog. In Kontakt mit dem Jihad kam er, als er am Rand eines Swimmingpools eine Zigarette rauchte und ihm ein Mann in einer Jellaba auf den Finger klopfte. «Dieser Finger wird normalerweise für reine Dinge wie das Ausstrecken während des Gebetes benutzt», sagte er und ging weiter. Alles andere ergab sich wie von selbst: Internetkontakte, Treffen, die Reise nach Syrien. Von dort schickte Ibrahim ein SMS voller Schreibfehler: «Meine Habseligkeiten sind für meine Familie, ausser dem Fernseher, der ist für meine Geliebte Salomé.» Ibrahim wurde von einem Bombensplitter getroffen und kehrte nach Cannes zurück. Bei seiner Verhaftung fand die Polizei einen UBS-Sticker mit einer 55-seitigen Anleitung zum Bau einer Bombe. Vor den Ermittlern erklärte ein Freund, Ibrahim habe es auf den Freimaurersitz in Cannes abgesehen gehabt: «Er wollte ins Gebäude rein und dann einen um den anderen töten, bis die Polizei gekommen wäre und auch ihn getötet hätte.»

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