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Wie man brasilianische Tränen trocknet: Dem Sport mit dem Stift auf der Spur

Jan Zablonier zeichnet jede Woche zwei Sport-Cartoons für Bluewin, daneben Plakate und Flyers für FCW und Kraftfeld. Jetzt sind 40 seiner Arbeiten im Bistro der Kaserne zu sehen.

Seine jüngste Arbeit skizziert Shaqiris Weg bei den Bayern. Jan Zablonier hat dafür eine jener Tafeln gewählt, mit denen die Trainer ihrer Mannschaft die Taktik erklären. Mit Pfeilen ist markiert, wie Ribéry vorstösst und wo Lewandowski lauert. Shaquiris Pfeile kurven am Spielfeldrand und führen zur Kaffeepause und ­Abfahrt. Der Cartoon war gestern beim grossen Internetportal Bluewin.ch aufgeschaltet. Seit sechs Jahren zeichnet Zablonier am Computer diese Sport-Cartoons, zuerst im Wochenrhythmus, mittlerweile zweimal wöchentlich: «Ich bin jetzt bei Nummer 575 angelangt», sagt er. Für die Ausstellung im Bistro der Alten Kaserne hat er 30 der virtuellen Werke in hochwertiger Qualität ausgedruckt. Signiert und in einer Auflage von maximal fünf Exemplaren sind sie zu haben. Zum Schniefen nach dem 1:7 Zum Beispiel das Paket Papier­taschentücher im Tempo-Look. «Brasil» steht drauf und «Made in Germany» und «7 Stück». Fussballfans reichen diese Angaben, um die Story vom 1:7 zu erkennen. Oder Lance Armstrong mit langer Pinocchio-Nase und der Beteuerung «... hat übrigens nie gedopt». Noch mehr als in Zeitungen muss ein Onlinecartoonist die Sache schnell auf den Punkt bringen. Die Arbeiten des 46-jährigen Winterthurers wirken dennoch nie hingeworfen, sondern immer fein ausgearbeitet. Besonders gilt das für die Plakate und Flyers, die er für Kulturinstitutionen macht sowie bei speziellen Gelegenheiten für den FC Winterthur. Die Spiele etwa gegen St. Pauli oder gegen United of Manchester werden dank Zabloniers Plakatkunst noch ein grosses Stück kultiger. Kein Thema in der Ausstellung sind die Bastelbögen, denen die geheime Liebe des ungelernten Grafikers gilt. Legendär sind sie und auf seiner Homepage zu sehen – das Stadion Schützenwiese etwa. «Jan hat ein phänomenales dreidimensionales Vorstellungsvermögen», sagte René Brügger am Mittwoch an der Vernissage, «vor allem aber ist er ein absolut guter Mensch». Der Comicbuchladenbesitzer kennt Zablonier seit langem, schätzt seine Arbeit und beneidet seine Musikalität. Langer Applaus folgte, schöne Musik von Eldorado (ohne den Standardschlagzeuger Zablonier) und viel Konversation mit freundlichen Menschen. Die Ausstellung dauert einen Monat.

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