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Wieder dabei, wieder geschlagen

San Remo. Zum dritten Mal in Folge belegte Fabian Cancellara bei Mailand – San Remo einen Podestplatz: Rang 3.

Als «Fahrt in den Frühling» wird der erste Klassiker der Saison auch bezeichnet. Die 104. Ausgabe von Mailand nach San Remo aber war für einmal eine Fahrt in den Winter. Trotz des miserablen Wetters und nach einem abgekürzten Rennen lagen die Favoriten am Schluss aber dennoch vorne. Cancellara, nicht als Topsprinter bekannt, musste sich schliesslich im Spurt einer Siebnergruppe knapp geschlagen geben. Bereits 2011 und 2012 war Cancellara im Schlusssprint unterlegen; hinter Matthew Goss respektive Simon Gerrans (beide Au) hatte es jeweils zu Platz 2 gereicht.

Gestern wurde es Rang 3 hinter dem deutschen Überraschungsmann Gerold Ciolek und Peter Sagan. Cancellara wurde für seine einmal mehr starke Leistung an der «Classicissima» wieder nicht belohnt. Der Berner konnte sich über den Podestplatz aber trotzdem freuen: «Klar, als ich über die Ziellinie fuhr, war ich enttäuscht, dass es nicht gereicht hat. Am Schluss darf ich aber zufrieden sein, umso mehr, wenn ich überlege, was wir alles hinter uns haben.» Die äusseren Umstände seien so schwierig gewesen, dass es für einmal erlaubt sei, nicht nach Entschuldigungen zu fragen.

Schnee – ab in die Busse

Weil auf dem Turchino-Pass Schnee lag, mussten die Organisatoren zum Notfallplan greifen. Sie neutralisierten das Rennen nach 118 km, liessen die durchnässten und unterkühlten Fahrer in die Busse steigen und strichen mit einer kurzfristigen Streckenänderung auch das zweite Hindernis des Tages, die Steigung nach Le Manie. Rund 130 km vor dem Ziel und nach einer beinahe dreistündigen Pause wurde das Rennen wieder frei gegeben. Der Klassiker, normalerweise mit 298 km das längste Eintagesrennen des World-Tour-Kalenders, verkürzte sich so um 53 km. Auch auf der noch 245 km langen Strecke erlebten die 200 gestarteten Fahrer aber eine regelrechte Tortur. «Der Unterbruch mit dem Neustart war sehr schwierig zu verkraften», sagte Cancellara. «Mir war danach eiskalt und ich hatte eine kleine Krise. Ich konnte mich aber noch einmal neu motivieren», so der beste Schweizer Radprofi.

An den entscheidenden letzten beiden Anstiegen, hinauf auf die Cipressa und den Poggio, war Cancellara dann stets vorne präsent. Er half im von Weltmeister Philippe Gilbert (Be) lancierten Endkampf mit, die ausgerissenen Sylvain Chavannel (Fr) und Ian Stannard (Gb) einzuholen. Gut sechs Kilometer vor dem Ziel lösten sich Cancellara, Sagan, Ciolek und vier weitere von den rund 70 übrig gebliebenen Fahrern. Das Septett rettete 14 Sekunden in das Ziel.

Über die Ziellinie fuhr weder Cancellara noch Topfavorit Sagan als Erster, sondern Ciolek. Mit dem Deutschen hatte im Vorfeld des Rennens niemand gerechnet. Der 26-Jährige vom südafrikanischen MTN-Qhhubeka-Team feierte den grössten Triumph seiner Karriere und für seine neue Mannschaft, die wie die Schweizer IAM-Equipe nicht der höchsten Kategorie angehört. Ciolek, der 2009 eine Etappe an der Vuelta gewann, deutete seine Sprinterfähigkeiten bereits mehrmals an. Vor wenigen Tagen hatte er bereits ein Teilstück bei den «Drei Tagen von Westflandern» im Spurt für sich entschieden. Ciolek ist der dritte Deutsche nach Rudi Altig und dem vierfachen Gewinner Erik Zabel, der sich in die Siegerliste von Mailand – San Remo eintrug.

Das schlechte Wetter forderte prominente Opfer. So gaben unter anderen der belgische Klassik-Spezialist Tom Boonen, der Australier Matthew Goss (Sieger von 2011) und der Italiener Vincenzo Nibali (Sieger des Tirreno – Adriatico) entnervt auf. Ebenfalls nicht ins Ziel kam der Schweizer Michael Schär. Der Fahrer des BMC-Teams stürzte nach rund 80 km. (si)

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