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Wildberg als Bergkirche von Pfäffikon

Das Reizwort Fusion will die reformierte Kirchenpflege Wildberg noch nicht in den Mund nehmen. Sie kann sich aber eine enge Zusammenarbeit mit Pfäffikon vorstellen.

Dem Kirchenrat der reformierten Landeskirche schwebt vor, bis 2018 die Zahl der Kirchgemeinden zu halbieren oder gar auf einen Drittel zu reduzieren. Er will künftig möglichst nur noch Kirchgemeinden mit mindestens 5000 Mitgliedern. In Wildberg hat man sich über diese Pläne zuerst «verwundert die Augen gerieben», wie Kirchenpflegepräsidentin Monique Blattmann an einem Informations- und Austauschanlass am Mittwochabend in der Chilestube erklärte, dem über 40 Interessierte beiwohnten. Die Grenze von 5000 Mitgliedern wackelt laut Blattmann zwar bereits wieder. Trotzdem ist die Zukunft der Kirchgemeinde Wildberg mit ihren 635 Reformierten ungewiss. Obwohl man hier noch einen gesunden Boden hat. Beerdigungen und Taufen halten sich im Gegensatz zum kantonalen Trend die Waage. «Die Austritte können zudem an einer Hand abgezählt werden», sagte Blattmann. Doch auch der Wildberger Kirchenpflege ist bewusst, dass gespart werden muss. Kirchen in Bedrängnis Die derzeitige Lage bezeichnete Blattmann als «undurchsichtig» und «unkomfortabel». Pfarrer Theddy Probst warnte zudem davor, bloss abzuwarten: «Der Kirchenrat kann die Zukunft über den Finanzausgleich mitsteuern.» Daher hat die Kirchenpflege das Ruder selber in die Hand genommen. Sie hat sich in einer Retraite mit dem «Schreckgespenst» Fusion auseinandergesetzt, sich mit den Behörden im mittleren Tösstal getroffen und auch die anderen umliegenden Kirchgemeinden kontaktiert. Das Ergebnis: «Es ist eine schwierige Si­tua­tion», sagte Blattmann. Sie zeichnete etwa folgendes Bild:

  • Wila: Ist an einer Zusammenarbeit interessiert. Die fünfköpfige Kirchenpflege ist chronisch unterbesetzt und sucht krampfhaft drei neue Kirchenpfleger.
  • Turbenthal: Hat weder einen eigenen Kirchenpräsidenten noch einen Pfarrer. Für die neue Amtsperiode werden in der auf fünf Mitglieder verkleinerten Behörde drei neue gesucht.
  • Sitzberg: Die kleine Kirchgemeinde will nicht fusionieren, weil das kirch- liche Leben gut funktioniert und man keine Personalprobleme kennt.
  • Bauma-Sternenberg: Die bisherige Pfarrunion bereitet derzeit eine Fusion der beiden Kirchgemeinden vor.
  • Zell: Schielt eher nach Winterthur.
  • Fischenthal: Orientiert sich ebenfalls nicht Richtung mittleres Tösstal.
  • Russikon: Wegen Abgängen in der Kirchenpflege und eines neuen Pfarrers ist alles noch sehr vage.

Fragebogen verteilt Für die Wildberger Kirchenpflege kristallisiert sich daher Pfäffikon am ehesten als Partner heraus. «Sie haben feste Pfeiler», meinte Blattmann. Eine Fusion steht für sie vorerst nicht im Fokus, sondern eine Zusammenarbeit. Um zu sparen, schwebt der Behörde zudem vor, einmal im Monat den Gottesdienst in Wildberg ausfallen zu lassen. Dort ist die Personalsi­tua­tion übrigens ebenfalls kritisch: Für die neue Amtsperiode werden für die siebenköpfige Behörde vier neue Mitglieder gesucht. In der Diskussion konnten sich einige Teilnehmer mit der Vorstellung anfreunden, dass Wildberg eine Art Bergkirche von Pfäffikon werden könnte. Weitere Stimmen plädierten dafür, sich sicher auf einen Partner zu konzentrieren, damit Beziehungen aufgebaut werden können. Allerdings gab es auch kritische Voten gegen den Abbau beim Gottesdienst. «So schrumpft unsere Kirchgemeinde», meinte ein Votant. Um die Meinungen abzuholen, wurden den Teilnehmern zum Schluss Fragebogen verteilt. Die Kirchgänger mussten dabei etwa die Frage nach ihrem Wunschpartner für die Kirchgemeinde beantworten. Die Ergebnisse werden im Kirchgemeindeblatt präsentiert.

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