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Winterpudding, Wintertee und Mariëttes Würstchen im Schlafrock

Mariëttes Würstchen im SchlafrockEs wird ein schöner Winter, versprochen. Denn Yvette Van Boven gibt die Rezepte dazu, zum Beispiel für den Grünkohleintopf Colcannon, Daube provençale oder einfach für Porchetta. Und alles ist home made, natürlich.

Im Oktober war Yvette Van Boven im «Style Magazine» der «New York Times», Abteilung: the most creative and interesting people in food around the world. Das Porträt stand unter dem Titel: dutch oven, was für sich auch ein Superlativ ist. Denn die Köchin, Rezeptesammlerin, Foodstylistin und Illustratorin aus Amsterdam ist der Liebling der Saison, sie macht zurzeit alles, was sehr schön und sehr gut ist. Für das Magazin hat Yvette Van Boven auch selber Sachen, die ihr die liebsten sind, auf die Seite gezeichnet: Rüben, Käse (alle auf der Welt), Sardinen, Aprikosen, Brunnenkresse, Krebse, Kerbel. Und auch ihr neues Buch «Home made Winter», das jetzt auf Deutsch vorliegt, ist eine Liebeserklärung: erstens an die Menschen, die um sie sind, zweitens an Orte, mit deren Küchen sie sich verbunden fühlt, nicht zuletzt auch an ihren Hund, der Marie heisst und Knoblauchplätzchen ganz gerne hat. Und so können wir auch selber den Winter lieben lernen. In Irland, «einem sehr kalten und feuchten Land», ist Yvette Van Boven aufgewachsen, heute lebt sie in Paris und Amsterdam (wo sie auch mit ihrem Cousin das Restaurant «Aan de Amstel» führt). Ob Grünkohleintopf oder Daube provençale, gegen die Kälte der Zeit hat sie ein Rezept, es ist die Freundlichkeit. «Ha! da sind Sie ja», sagt uns der gezeichnete Hund zum Eingang in das Winter-Buch, und die Autorin serviert hier selber den Vorschlag zu einem Willkommenscocktail: Er besteht aus je einem Drittel Cranberrysaft, Ginger-Ale und Wodka.

Am besten bei Sturm

Home-made-Wärme gibt es dann Seite für Seite im Inneren. Die Abteilungen heissen hier Frühstück, Brunch und kleine Mahlzeiten, dann Kuchen, Drinks, Snacks und Vorspeisen, Hauptgerichte sind natürlich auch dabei, ebenso wie Desserts. Am besten soll man vorher einen Spaziergang machen, vorzugsweise bei Sturm, um dann zum Beispiel einen Einheizer zuzubereiten. Das Rezept dazu: 1 Liter Apfelwein erwärmen, 5 Orangenscheiben, 3 Sternanis, 3 Gewürznelken und 3 Zimtstangen dazugeben. 30 Minuten bei niedriger Hitze ziehen lassen. Vom Herd nehmen und den Rum einrühren. Sofort servieren. «Sie brauchen keine warme Dusche mehr.»

Knisterbutter, Zimtbutter

Home made meint hier wirklich: selber gemacht. «D.I.Y. cooking to the extreme», sagt dazu die «New York Times», und die Abkürzung heisst: Do It Yourself. Denn zur Spezialität von Yvette Van Boven gehört, dass sich alles auch in der kleinsten Wohnküche ohne viel Aufwand produzieren lässt: die Butter zum Beispiel. «Vielleicht bin ich speziell, aber ich finde meine selbst gemachte Butter leckerer als die aus dem Supermarkt. Sie ist cremiger. Es kann aber auch sein, dass sie mir so viel besser schmeckt, weil ich es so toll finde, meine eigene Butter zu servieren.» Wer will, kann hier auch nach Rezept selber home made Apfelwein herstellen – das bedeutet aber, sieben Tage lang einen Eimer mit Pulp an einem festen Platz (beispielsweise unter dem Schreibtisch) zu haben. Schneller geht es mit der Zubereitung von Käse. Eine Stunde, bevor die Gäste kommen, genügt für die Variation auf den französischen Ziegen-Kuhmilch-Frischkäse Brousse du Rove. Wir halten uns aber lieber an den winterlichen Salat mit warmem Ziegenkäse und Blutwurst, Yvette Van Boven kombiniert da meisterlich, was sie selber gerne isst, oder an Mariëttes Würstchen im Schlafrock, das Rezept ihrer Mutter für schöne Weihnachtsferien. Und unbedingt auszuprobieren ist der geschmorte Ochsenschwanz und Belugalinsen. Yvette Van Boven legt uns ein, wie sie sagt, ungeliebtes Kind ans Herz. So kann der Winter kommen, er wird ein guter sein. Nur die Ochsenwurst home made braucht es vielleicht nicht. Marie, der Hund, hat aber sicher Freude daran.Yvette Van Boven: Home made WinterDumont Verlag, Köln 2012, 248 S., ca. Fr. 43.90. Die Web-Adresse der Autorin mit Blogs und mehr:www.yvettevanboven.com

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