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Winterthur verliert ein «Aushängeschild»

Das Bedauern über den Wegzug der Ener­gie­messe Blue-Tech ist gross – und die Kritik scharf: Die Stadt habe die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

CVP-Stadtpräsident Michael Künzle (Bild) bedauert das Ende der Blue-Tech und lobt ihre Macher in den höchsten Tönen: «Sie haben es mit grossem privatem Engagement geschafft, Menschen für das Thema erneuerbare Ener­gie­n zu sensibilisieren.» Trotzdem wollte die Stadtregierung die Blue-Tech nicht noch länger im grossen Rahmen finanziell unterstützen. Insgesamt habe die Verwaltung im letzten Jahr direkt und anhand von Sponsoring 120 000 Franken investiert. «Dafür fehlen uns nun die Mittel.» Vor allem, da es die Messe nicht geschafft habe, sich an der Spitze der Konkurrenz zu positionieren. «Andere, grössere Anbieter haben sie überholt.» Künzle weist den Vorwurf zurück, die Stadt habe das Thema Ener­gie­wende verschlafen – im Gegenteil: «Bei der Blue-Tech haben wir mächtig mitgeholfen.»

Dieser Meinung sind nicht alle. Leise Kritik wird hörbar an der Haltung der Regierung unter Stadtpräsident Ernst Wohlwend. Standortförderer Michael Domeisen bedauert, dass die Verwaltung die Blue-Tech in der Startphase zu wenig unterstützt habe. «Sie tat sich schwer mit der Messe.» Hätte man damals richtig geschaltet, hätte sich die Blue-Tech vielleicht an der Spitze positionieren können. Das Engagement der Initianten habe trotzdem viel gebracht: «Winterthur konnte sich als Standort für die Ener­gie­branche präsentieren.» Und werde das auch weiterhin tun.

Ohne Blue-Tech werde es schwieriger, das Thema Ener­gie­wende präsent zu halten, sagt die städtische Umweltbeauftragte Anna Roschewitz(Bild) . Für sie ist der Wegzug der Messe «ein grosser Verlust». Die Blue-Tech habe Winterthur über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht. «Sie hat unserem Ruf sehr genützt.»

«Am falschen Ort gespart»

SP-Gemeinderat und Ökonom Christian Ulrich bedauert den Wegzug, weil die Messe «eine wichtige Plattform ist». Sie habe ein Netzwerk zwischen Wirtschaft und Wissenschaft geschaffen. Für ihn ist klar, dass die Stadt weiterhin hätte investieren sollen. «Aber leider fehlt uns ja bekanntlich das Geld.» Dann müsse man sich eben auf die wesentlichen Aufgaben konzentrieren.

Für GLP-Gemeinderat Michael Zeugin, der von der Stadt jüngst Sparmassnahmen gefordert hat, ist das jedoch der falsche Ort für den Rotstift. Er kritisiert die Stadtregierung deshalb schärfer: «Die Ener­gie­wende ist zurzeit ganz klar das wichtigste Thema und das sieht die Stadt noch immer nicht ein.» Sie habe die Zeichen der Zeit nicht erkannt und deshalb auch viel zu wenig dafür gemacht, dass die Ener­gie­messe Blue-Tech als wichtige Plattform hierbleiben könne. Das sie abwandere, sei schlecht: «Die Messe war für Winterthur ein Aushängeschild.»

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