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«Winterthur ist gefragt»

Der Leiter der Standortförderung sagt, Unternehmen in die Region drängten. Dennoch seien zwei Grossinvestoren kurzfristig abgesprungen.

180 Stellen haben die 25 Teilnehmer des Stellenschafferpreises 2014 geschaffen, mehr als im Vorjahr (100), aber weniger als im Durchschnitt (300). Ein befriedigender Wert? Michael Domeisen: Ein relativer. Pro Teilnehmer sind die Zahlen jedenfalls ziemlich stabil. 25 Unternehmen sind für die Wirtschaftsregion Winterthur mit total rund 8000 Firmen und 80 000 Arbeitsplätzen nicht repräsentativ. Dafür brauchen wir die Zahlen des Bundesamtes für Statistik, die in diesem Frühling kommen und das absolute Stellenwachstum bis Ende 2013 aufzeigen. Wofür braucht es den Stellenschafferpreis dann noch? Jede Stelle, die hier geschaffen wird, ist wichtig. In der Masse stechen die vermeintlich Kleinen die Top 10 aus. Sie stellen nach wie vor rund 80 Prozent der Arbeitsplätze und tragen quantitativ am stärksten zum Wachstum bei. Der Preis ist daher auch ein Zeichen der Wertschätzung. Zudem bieten wir Unternehmen eine Plattform, um sich auszutauschen. Gewonnen hat in diesem Jahr eine Ener­gie­- und Telecom­firma aus Fehraltorf, am Rande der Wirtschaftsregion … … aber dennoch von Belang! In Fehraltorf sind viele Technologiefirmen angesiedelt, die mit den lokalen Grossunternehmen wirtschaften, aber nicht nur: Auf der Achse Elgg–Oberwinterthur–Kemptthal–Illnau-Effretikon sind viele Technologiekonzerne beheimatet, die als Cluster gemeinsam wachsen. Die politische Zielvorgabe «10 000 Stellen mehr in zehn Jahren» ist also realistisch? Durchaus. In den letzten Jahren haben wir den Schnitt von 1000 zusätzlichen neuen Stellen pro Jahr in etwa erreicht. Ihr letzter grosse Coup liegt mit der Ansiedlung des deutsch- japanischen Hightechkonzerns DMG Mori aber bereits zwei Jahre zurück. Ja, aber wir haben ständig neue Anfragen. Von Konzernen aus Zürich, die wachsen wollen und hier bauen können, aber auch von internationalen. Ein US-Pharmaunternehmen wollte hier 500 Stellen schaffen, ein asiatischer Industriekonzern für 400 Millionen Franken eine neue Produktionsstätte bauen. Beide sind wegen des teuren Frankens kurzfristig abgesprungen. Aber das Interesse am Industriestandort Winterthur scheint ungebrochen gross. Dass ausländische Investoren ob der politischen Entwicklung hierzulande verunsichert sind – Stichwort Unternehmenssteuerreform III, Abzocker- und Masseneinwanderungsin­itia­ti­ve –, spüren aber auch wir. Und die lokalen Unternehmen? Gemäss Umfragen sind sie mehrheitlich zufrieden. Zu schaffen machen vielen die bürokratischen Hürden bei Bauvorhaben. Die Kritik gilt hier vor allem dem Kanton. Aber auch dass die Stadt öffentliche Aufträge teilweise ins Ausland vergibt, ärgert viele. Die CS attestiert in einer Studie den lokalen Wirtschaftsclustern Gesundheit, Technologie und Bildung eine rosige Zukunft. Das Zusammenspiel funktioniert. Die ZHAW ist für den Technologiestandort Winterthur in doppelter Hinsicht wichtig, als Forschungsstelle und als Ressourcenpool junger Fachkräfte verschiedener Disziplinen. Die gibt es auch in Zürich. ETH-Start-ups gelten als innovativ und stabil und erzielen schnell viel Wertschöpfung. Solche Erfolgsgeschichten vermisst man in Winterthur. Wir haben weniger Start-ups, ja, circa zwei pro Jahr ab ZHAW, die sich mittelfristig halten. Die institutionellen Voraussetzungen sind bei einer Fachhochschule grundsätzlich andere. Sie ist praxisorientiert. Die Studenten entwickeln Projekte innerhalb von Unternehmen, die sie finanzieren und folglich die Patentrechte besitzen. Zusammen mit dem Technopark will die ZHAW im Rahmen eines neuen Programms junge Start-ups künftig aber stärker fördern.

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