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Winterthur wird 2000-Watt-Stadt

Sowohl die «Winer­gie­»-In­itia­ti­ve als auch der Gegenvorschlag haben im Volk eine Mehrheit gefunden. Die Grünen jubilieren.

Die Stadt Winterthur steigt bis zum Jahr 2050 ganz aus dem Atomstrom aus, der Pro-Kopf-Verbrauch von Ener­gie­ soll auf 2000 Watt sinken und die Emission von Treibhausgasen auf zwei Tonnen. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben dem Gegenvorschlag zur «Winer­gie­»-Initiative, der diese Ziele vorgibt, deutlich zugestimmt. 64,4 Prozent sagten Ja, nur 35,6 Prozent legten ein Nein in die Urne. Die In­itia­ti­ve selbst, die eine noch stärkere Reduktion der Treibhausgasemissionen verlangte, ansonsten aber mit dem Gegenvorschlag vergleichbar ist, wurde ebenfalls angenommen, wenn auch recht knapp mit 51,0 Prozent. Umgesetzt wird der Gegenvorschlag, da ihm in der Stichfrage 60,2 Prozent der Stimmenden den Vorzug gaben. Die Grünen sind «ausserordentlich erfreut» über das Abstimmungsergebnis, wie Parteipräsident Reto Diener gestern sagte. Winterthur reihe sich damit ein in die Gruppe «fortschrittlicher und zukunftsorientierter Vorreiter­gemeinden», die sich in Bezug auf die zukünftige Ener­gie­versorgung ehrgeizige Ziele gesetzt haben. «Die Stimmbürger haben eine ganz wichtige Weichen­stellung zugunsten kommender Generationen vorgenommen.» Bestätigt sieht sich auch der Stadtrat. Winterthur werde den Weg weitergehen, den die Stadt vor Jahren eingeschlagen habe, sagte die neue Umweltstadträtin Barbara Günthard-Maier (FDP) vor den Medienvertretern im Stadthaus. «Die Bevölkerung möchte, dass Winterthur zur Umwelt Sorge trägt. Das ist heute sehr deutlich geworden.» Auf «typische Winterthurer Art» habe das Volk mit dem Gegenvorschlag eine realisierbare Vorlage bevorzugt. Regierung und Parlament hätten mit dem Gegenvorschlag die richtige Lösung präsentiert: «Wir haben herausgespürt, was die Bevölkerung will.» Der Ball liegt nun beim Stadtrat. Dieser hat dem Parlament alle vier Jahre einen Bericht zum Zwischenstand der Zielerreichung vorzulegen. Bis 2020 muss der Ener­gie­verbrauch auf 4800 Watt sinken, bis 2035 auf 3400 Watt. Die Treibhausgasemissionen dürfen in diesen Jahren höchstens 5,8 respektive 3,5 Tonnen betragen. Niederlage für Bürgerliche Zu den Verlierern der Abstimmung zählt neben der SVP auch Günthards Partei, die FDP. Die zwei grossen bürgerlichen Parteien hatten ebenso wie CVP und EDU zu beiden Vorlagen die Nein-Parole ausgegeben. Alle anderen Parteien unterstützten mindestens den Gegenvorschlag, wobei Grüne, SP, Grünliberale, Alternative und Piraten auch für ein Ja zur In­itia­ti­ve warben.

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