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«Winterthurer» Bilder auf Reisen

In der Hamburger Kunsthalle ist man voll des Lobes für die Sammlung Hahnloser. Insbesondere die Werke von Bonnard, Marquet und Vuillard passen – aus historischen Gründen – gut nach Hamburg.

«Angehaltene Zeit» hiess die vorerst letzte Ausstellung in der Villa Flora, passend zur ungewissen Zukunft des Kunstmuseums. Früher als von vielen erwartet dreht die Uhr jetzt wieder: Mit der Ausstellung «Verzauberte Zeit» werden 200 Werke aus der Sammlung Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler in der Hamburger Kunsthalle gastieren. Dies ist die erste von vier Stationen, an denen die Werke in den nächsten zwei Jahren zu sehen sein werden.

Eine Zusammenarbeit mit den Hamburger Kollegen sei nicht erst mit der Schliessung der Villa Flora vergangenen April ein Thema gewesen, sagt Angelika Affentranger-Kirchrath, Kuratorin der Villa Flora. Der Kontakt sei bereits 2011 mit der ersten externen Ausstellung in Lausanne entstanden. Angedacht wurde damals eine Ausstellung in Hamburg, während die Villa Flora teilrenoviert würde. Weil sich diese Pläne aufgrund der städtischen Finanzen zerschlagen haben, ist die Hamburger Ausstellung nun eben grösser ausgefallen.

«Publikumslieblinge»

In Hamburg zeigt man sich aus mehreren Gründen glücklich darüber. Es handle sich nicht alleine um hochkarätige Werke der klassischen Moderne, die zu den Publikumslieblingen in aller Welt zählten, sagt der Kunsthalle-Direktor Hubertus Gassner. «Vielmehr zeichnet sich die Sammlung durch ihren ganz eigenen Charakter aus, der vor allem dadurch bedingt ist, dass die Bilder von Hedy und Arthur Hahnloser-Bühler in engstem Kontakt mit den Künstlern ausgewählt und erworben worden sind.» Dadurch ergebe sich ein vielstimmiger Zusammenklang zwischen den einzelnen Werken, wie er nur in wenigen Privatsammlungen zu finden sei. Besonders nach Hamburg passen die Werke von Bonnard, Marquet und Vuillard: Diese Künstler hatte der erste Kunsthalle-Direktor Alfred Lichtwark 1913 zur selben Zeit nach Hamburg eingeladen und mit Hamburger Ansichten beauftragt. Über den Umweg von Winterthur finden sie nun zurück in die Stadt an der Alster.

Zahlreiche Anfragen

Auf die vorläufige Villa-Flora-Schliessung im vergangenen April folgten «über 10 Anfragen für Ausstellungen in Museen weltweit», sagt Villa-Flora-Sprecher Dieter Thalmann, darunter auch eine aus Japan. Man entschied sich für das Musée Marmottan Monet in Paris (10. September 2015 bis 21. Februar 2016), das Kunstmuseum Moritzburg Halle (12. März bis 19. Juni 2016) und die Staatsgalerie Stuttgart (Oktober 2016 bis Februar 2017).

Die Ausstellungen werden jeweils einen eigenen Schwerpunkt haben. Wie gross sie ausfallen, wird derzeit evaluiert. In finanzieller Hinsicht soll die Tournee für die Villa Flora ein Nullsummenspiel werden. Die Gasthäuser kommen für die Ausgaben für Transport, Sicherheit und die administrative sowie kuratorische Arbeit auf; die Villa Flora schlägt wiederum keinen Profit aus den Ausstellungen. Ein bisschen ist man auch auf die Gasthäuser angewiesen: Gemäss der Hahnloser-Stiftungsurkunde muss die Sammlung in ihrem Charakter bewahrt bleiben und so der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Die Zukunft der Villa Flora hängt mitunter vom Museumskonzept ab, das erst noch erarbeitet wird. Sprecher Thalmann sagt, dass man bald einen Entscheid brauche. «Und ich hoffe, dass das weltweite Interesse den Winterthurern die Bedeutung der Sammlung vor Augen führt und die Bilder in Zukunft hier in Winterthur bleiben sowie in der Villa Flora dauerhaft öffentlich ausgestellt werden.» Jigme Garne

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