Abstimmung

Winterthurer sagen klar Nein zu ‹No-Billag›

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben die Vorlage zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren klar abgelehnt. Während Günter Heuberger, Geschäftsführer von Tele und Radio Top, erleichtert ist über das Resultat, zeigt sich Winterthurer Mitinitiant Yves Collet enttäuscht.

«Das Volk hat gezeigt, dass es nicht will, dass in so wichtigen Bereichen der Medien privatisiert wird.»
Video: Lisa Aeschlimann

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Die No-Billag-Abstimmung ist für Winterthur bereits ausgezählt: Die Initiative wird in allen Stadtkreisen klar verworfen. Winterthur-Altstadt lehnt die Initiative von allen bisher ausgezählten Wahlkreisen im Kanton Zürich am deutlichsten ab. Nur 17 Prozent sagten hier Ja.

Günter Heuberger, Geschäftsführer vom Winterthurer Radio und Tele Top, ist erleichtert über das klare Nein. Der Anteil aus dem Gebührentopf für Tele Top, jährlich 2,5 Millionen Franken, ist vorerst gesichert. («Landbote» vom 10. November) «Die deutliche Ablehnung zeigt uns, dass die Menschen in Winterthur und Region mit unserer Arbeit zufrieden sind.» Auf der anderen Seite bedeute dies auch, dass das Volk nicht will, «dass in so wichtigen Bereichen der Medien privatisiert wird.» Das freue ihn.

Auch die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr aus Winterthur fordert eine Diskussion über den Service Public.

Geht es nach Heuberger, bricht für die Medien jetzt aber keine ruhige Zeit an. «Der Handlungsspielraum, den Service Public einzuschränken, ist mit diesem Resultat zwar sehr klein, aber wir müssen die Diskussion über den Service Public unbedingt weiterführen», sagt er. Es müsse klar sein: «Service Public kostet.»

«Offenbar der Ansicht, dass Gebühren nötig sind»

Anders sieht das Yves Collet, Winterthurer Mitinitiant der Initiative («Landbote» vom 1. Februar). Er ist enttäuscht, dass die Initiative so deutlich abgelehnt wurde: «Die Mehrheit der Schweizer Stimmbürger sind offenbar der Ansicht, dass die Billag-Gebühren nötig sind.» Trotzdem sei der Initiative ein gewisser Erfolg anzurechnen: «Wir haben es geschafft, die Diskussion um den Service Public an zu stossen.»

Yves Collet (ganz rechts) mit Mitgliedern des Initiativ-Komitees in Bern

Einen Grund für die deutliche Ablehnung der Initiative kann Collet keinen nennen: «Jeder hat seine eigenen Beweggründe.» Die Stimmbürger wären aber offensichtlich der Ansicht, «dass es keine bessere Finanzierungslösung gibt, als Zwangsgebühren zu zahlen».

Er selbst plane keine weitere Initiative, könnte sich jedoch vorstellen, die 200-Franken-Initiative der SVP zu unterstützen. Collet meint: «Wichtig ist, dass wir die Diskussion jetzt nicht versanden lassen. Die Schweizer, die für unsere Initiative gestimmt haben, müssen ernst genommen werden: Die SRG muss ihr Angebot straffen und die Gebühren weiter senken.» ()

Erstellt: 04.03.2018, 15:49 Uhr

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