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Winterthurer Velofahrer sind Spitze

Das Rad ist als Fortbewegungsmittel bei Winterthurern beliebt. Das zeigt eine grosse Befragung. Innerhalb des Kantons schwingen sie sich mit Abstand am häufigsten aufs Velo.

Winterthur trägt ihren Ruf als Velostadt zu Recht. Denn hier benützt die radelnde Bevölkerung ihr Gefährt mit Abstand am häufigsten im ganzen Kanton. Laut einer repräsentativen Befragung des Statistischen Amts des Kantons Zürich, den Bundesämtern für Statistik (BFS) und für Raumentwicklung (ARE) schwingt sich 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal pro Tag in den Sattel. Im restlichen Kanton benützen nur neun Prozent mindestens einmal täglich das Velo. Während der Durchschnittszürcher so weniger als einen Kilometer pro Tag mit dem Velo zurücklegt, fahren die Winterthurer täglich 1.5 Kilometer oder fünf Prozent der gesamten Arbeits- und Ausbildungswege mit dem Velo.

Gleichauf mit Basel-Stadt

Rechnet man mit der Anzahl Etappen, welche die befragten Personen täglich zurücklegen, entfallen in Winterthur rund zehn Prozent auf das Fahrrad, während die Stadtzürcher Bevölkerung nur vier Prozent mit dem Fahrrad zurücklegt. Die Winterthurer radeln damit etwa gleich viele Etappen wie der schweizweite Spitzenreiter Basel-Stadt. Der Kanton Zürich belegt im gesamtschweizerischen Etappenvergleich lediglich Rang 18. Im Durchschnitt legt die Zürcher Bevölkerung 36 Kilometer zurück, um zur Arbeit, in die Schule, zum Einkaufen oder zu Freizeitaktivitäten zu gelangen.Thomas Hofer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Statistikamts Zürich, erklärt sich den «Winterthurer Ausreisser nach oben» wie folgt: «Die Stadt hat eine günstige Topografie – sie ist relativ flach, im Gegensatz zu Zürich, wo es auf Stadtgebiet einige Hügel zu bezwingen gibt.» Auch von Seiten der öffentlichen Verkehrsmittel sei die Konkurrenz für das Velo kleiner als in Zürich. «Je weniger der kleinräumige öffentliche Verkehr ausgebaut ist, desto mehr nutzen die Leute das Velo als alternatives Fortbewegungsmittel», sagt Hofer. Hier sei ein deutliches Stadt-/Landgefälle in den Daten ersichtlich. Die Ausnahme bildeten die Seegemeinden an Gold- und Pfnüselküste. Möglicherweise spiele auch die Politik eine Rolle: «Während es in Winterthur kaum bestritten ist, die Position als Velostadt zu stärken, muss man in der Stadt Zürich mehr mit Widerstand rechnen.»

Kopenhagen als Messlatte

Doch trotz all des Lobes für die sportlichen Winterthurer kommt die Studie zum Schluss, dass es noch Luft nach oben gibt: Als Vergleichswert nennt sie die dänische Hauptstadt Kopenhagen, die als eine der velofreundlichsten Städte der Welt gilt. Dort benützte die Bevölkerung 2012 für 36 Prozent aller Fahrten im Arbeits- und Ausbildungsverkehr das Velo. In ihrer Velostrategie hat sich die Stadt gar zum Ziel gesetzt, den Anteil in einigen Jahren auf 50 Prozent zu erhöhen.An der Befragung, die 2010 durchgeführt wurde, haben insgesamt 62‘868 Personen aus der ganzen Schweiz teilgenommen. 654 der befragten Personen wohnen in Winterthur, 9193 im übrigen Kanton.

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