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«wintigoessochi»

Vor einem Jahr die erste WM, jetzt die ersten Olympischen Spiele – Simon Bodenmann vor dem Start zum Eishockeyturnier.

Wer dieser Tage Simon Bodenmann die Hand gibt, spürt sofort, dass der Winterthurer «Hilfe» benötigt: Er trägt eine kleine Manschette, die den heiklen Bereich zwischen Daumen und Zeigefinger stützt und schützt. Sechs Wochen noch muss er sie tragen, dann sollte das Band, das er sich eineinhalb Wochen vor der Abreise nach Sotschi angerissen hat, wieder zusammengewachsen sein. Auch sein linker Arm muss – allerdings nur im Spiel – mit einer Schiene geschützt werden. Diese Verletzung muss er nach der Saison operieren lassen. Zugezogen hat er sie sich bei einem Retour-Rempler gegen den Berner Tristan Scherwey in einer «blöden» Si­tua­tion. Damals musste er ein erstes Mal um seine Teilnahme in Sotschi fürchten, nach dem Match gegen die Lakers zum zweiten Mal. Aber er schaffte beide Male die Rückkehr aufs Eis rechtzeitig. Er flog am Donnerstag nach Sotschi, am Mittwoch beginnt mit dem Spiel gegen Lettland das Turnier der Männer. «Bodi» machte innerhalb eines Jahres gleich zwei grosse Schritte. Letzte Saison überzeugte er in der WM-Vorbereitung dermassen, dass er überraschend im Stockholm-Team stand. Dort erzielte er auf dem Weg zum historischen WM-Silber zwei Tore und drei Assists. Und jetzt Olympia. «Als kleiner Junge träumt man davon, jetzt bin ich da. Und all die NHL-Spieler, die angereist sind.» Besonders beeindruckt hat ihn die Aufstellung der Schweden. Die sind zweiter Schweizer Gruppengegner, die Tschechen dann am Samstag der letzte. Dopingkontrolle auf Russisch In den letzten Trainings sah es so aus, als ob Bodenmann wieder in der gleichen Linie spielt wie an der WM: Zusammen mit Denis Hollenstein bildet er eine Flügelzange, sie führen wird ZSC-Center Luca Cunti. Mit der Ankunft der NHL-Spieler könnte es allerdings noch Änderungen geben. Als ob sie dem schnellen Aufstieg Bodenmanns misstrauten, besuchten ihn die Dopingkontrolleure innerhalb von drei Tagen gleich zweimal. Einmal in der Schweiz und einmal in Sotschi. Das war eine Kontrolle auf Russisch, er habe kein Wort verstanden. Anders als sein Klotener Teamkollege Eric Blum und die andern Eishockeyaner, die gestern wieder zurückreisen mussten, machte Bodenmann die Eröffnungsfeier nicht nur als Höhepunkt eines kurzen Abstechers mit, sondern als Auftakt zu speziellen Tagen. Bei diesem Anlass entstand auch das Foto, das er twitterte. Unter dem Titel «wintigoessochi» sind alle fünf Winterthurer zu sehen, die am Eishockeyturnier mitspielen: Sara und Laura Benz, Alina Müller, Janine Alder – und eben auch Bodenmann. Der 26-Jährige fühlt sich in Russland und im Athletendorf wohl, im Schweizerhaus belegen die Eishockeyaner ein ganzes Stockwerk. Nicht alle wohnen in solch exklusiven Zimmern mit Meersicht wie Captain Mathias Seger, aber gut untergebracht sind alle. Bei Bodenmann und Zimmerkollege Denis Hollenstein ist allerdings ziemlich viel los, ihr Zimmer schliesst gleich an die Lounge an, den Aufenthaltsraum. «Man muss aufpassen, dass man sich hier nicht ablenken lässt, es gibt so viel zu sehen. Wir müssen uns auf das Turnier konzentrieren. Ich bin sicher, dass unsere Goalies uns sehr viel helfen werden. Die Schweiz hatte schon immer gute Torhüter, an der letzten WM haben wir zudem gezeigt, dass wir auch Tore schiessen können.» Wenn beide Komponenten stimmen, dann sind die Schweizer durchaus für olympische Überraschungen gut wie zum Beispiel das 2:0 über Kanada in Turin 2006 oder am gleichen Turnier der Sieg über die Tschechen. Rang 6 vor acht Jahren ist die bisher beste Klassierung der Schweiz bei Olympia.

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