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«Wir haben zu wenig kontrolliert»

Die SBB räumen erstmals ein, dass sie die Aufsicht über die Securitas zu wenig wahrgenommen haben. Die Securitas wehrt sich gegen Vorwürfe.

Für die SBB ist jetzt klar: Der Einsatz von Mitarbeitern einer Drittfirma durch Securitas hätte verhindert werden müssen. SBB-Sprecher Christian Ginsig hält fest: «Eine Weiterübertragung an Unterakkordanten war und ist nicht zulässig.» Die Rechtslage untersage dies. «Es war ein Fehler, welcher mittlerweile korrigiert wurde.» Man habe beim Aufbau der Sicherheitsorganisation des Zürcher Verkehrsverbundes diesem Umstand zu wenig Rechnung getragen. «Die SBB-Transportpolizei hat in der Anfangsphase ihre Aufsichtspflicht zu wenig wahrgenommen.» Jetzt habe man die Kontrollen gegenüber Securitas aber verschärft. Die SBB-Transportpolizei nehme ihre Aufsichtspflicht nun gewissenhaft wahr, so der Sprecher.

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Illegale Arbeitsverträge

Securitas sieht sich hingegen nicht in der Pflicht. Zum Vorwurf, durch die Securitas seien in Bahnhöfen mehrere vorbestrafte Mitarbeiter der Drittfirma zum Einsatz gekommen, sagt Securitas-Sprecher Urs Stadler: Die Drittfirma sei verpflichtet gewesen, Mitarbeitende mit einwandfreiem Leumund einzusetzen. «Die Sicherheitsüberprüfung der uns zur Verfügung gestellten Mitarbeitenden» sei somit Pflicht der Drittfirma gewesen. Securitas hat nun viele der Mitarbeiter übernommen, kann aber bis heute nicht garantieren, dass darunter keine im Ausland vorbestraften Mitarbeiter sind. Die von Securitas engagierte Drittfirma soll mit den eingesetzten Mitarbeitern Arbeitsverträge abgeschlossen haben, die mehrfach gegen das Arbeitsgesetz verstiessen. Gemäss entsprechenden Klauseln in den Verträgen sollen fristlose Kündigungen möglich gewesen sein für den Fall, dass die Mitarbeiter Unordnung in ihren Arbeiterwohnungen hätten oder sie sich weniger als acht Stunden vor Dienstantritt krank meldeten. Die Drittfirma soll die Mitarbeiter mit falschen Lohnversprechungen geködert haben. Securitas wehrt sich: «Es entzog sich damals unserer Kenntnis, dass die Drittfirma anders lautende Verträge ausfertigte. Wir hätten darauf beharrt, dass die Anstellungsbedingungen dem Gesamtarbeitsvertrag entsprechen und die branchenrelevanten Aspekte respektiert werden.» ma

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