Embrach

«Wir rechnen mit 250 Personen weniger»

In einem Interview auf der Website der Gemeinde Embrach nehmen der Gemeindepräsident sowie der Leiter des kantonalen Sozialamts Stellung zu Fragen um das Durchgangszentrum.

Derzeit sind 700 Personen im Durchgangszentrum Embrach untergebracht.

Derzeit sind 700 Personen im Durchgangszentrum Embrach untergebracht. Bild: Archiv ZU

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Ruedi Hofstetter, Leiter des kantonalen Sozialamts und Erhard Büchi, Gemeindepräsident Embrach, beantworten in einem Interview auf der Website der Gemeinde Embrach Fragen zur aktuellen Situation und zur weiteren Entwicklung des Durchgangszentrums.

Ruedi Hofstetter, wie viele Personen sind zurzeit im Durchgangszentrum untergebracht und woher kommen sie?
Ruedi Hofstetter: Am 4. Dezember waren es 695 Personen, primär aus Eritrea, Syrien, Irak und Afghanistan. Darunter sind sehr viele Familien mit 130 Kindern, aber auch etwa 90 unbegleitete Jugendliche im Alter von 15 – 18 Jahren.

Können Sie abschätzen, ob diese intensive Belegung in naher Zukunft abnehmen wird?
Ruedi Hofstetter: Mit der Bereitstellung von Unterkünften in den Zürcher Gemeinden rechnen wir bis Ende Januar mit einer Abnahme von mindestens 250 Personen.

Wie sehen Sie die Entwicklung ab Februar 2016?
Ruedi Hofstetter: Die Entwicklung der Flüchtlingsströme kann niemand zuverlässig einschätzen. Die Hilfe der EU an die Flüchtlingslager in der Türkei könnte zu einer Beruhigung führen. Andererseits wird die Mittelmeerroute im Frühling wieder attraktiver. Wir müssen auf verschiedene Szenarien vorbereitet bleiben.

Erhard Büchi, was bedeutet diese starke Beanspruchung für die Gemeinde, für die Betriebe und die Bevölkerung in der Nachbarschaft?
Erhard Büchi: Die Asylbewerber sind v.a. ums Zentrum und im nördlichen Embrach präsent und werden sehr unterschiedlich wahrgenommen. Das Littering wird von ORS zusammen mit den Asylbewerbern teilweise selbst bewältigt. Die Gemeinde leistet Aufräumeinsätze im Hardwald, und den Nachbarn IPW und KZU entstehen zusätzliche Aufwendungen für die Sicherheit des Betriebs.

Was unternimmt die Gemeinde, um die Sicherheit in der Umgebung des Zentrums zu gewährleisten?
Erhard Büchi: Gemeinderat, Kantonspolizei, ORS, das Kantonale Sozialamt sowie IPW und KZU stehen in regelmässigem Austausch über die Situation in Embrach und koordinieren die Aufgaben zur Gewährleistung der Sicherheit. Gemeinsam haben die erwähnten Parteien am 10. Dezember anlässlich einer Sitzung festgehalten, dass trotz der hohen Belegung des Zentrums der Betrieb reibungslos verläuft und die Sicherheitslage zu keinen Befürchtungen Anlass gibt. Die nächste Sitzung zur Beurteilung der Sicherheitslage findet im Frühjahr statt, wobei ein kurzfristiger Austausch unter den Beteiligten je nach Bedarf sofort möglich ist.

Im August 2015 haben Sie angekündigt, dass aus dem kantonalen Durchgangszentrum ein Bundes-Ausreisezentrum wird. Gibt es dazu aktuelle Informationen?
Erhard Büchi: Die Planungen für die Umwandlung und die dazu notwendigen baulichen Massnahmen dauern gemäss Auskunft des Staatssekretariats für Migration länger. Es ist frühestens Mitte 2016, wohl eher auf Anfang 2017 damit zu rechnen. Der Bevölkerung im Embrachertal danke ich im Namen der ORS und der Flüchtlinge für die vielfach gezeigte Hilfsbereitschaft. (ori/Website Gemeinde Embrach)

Erstellt: 17.12.2015, 15:42 Uhr

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