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«Wir sind nicht im Wallis»

sternenberg. Als einzige Zürcher Gemeinde weist Sternenberg heute einen Anteil an Zweitwohnungen von über 20 Prozent aus. Die Gemeinde lässt dies kalt.

Gemutmasst wurde schon kurz nach der Volksabstimmung im März. Jetzt ist es offiziell: Sternenberg steht auf der Roten Liste des Bundes. Ab nächstem Jahr dürfen keine zusätzlichen Zweitwohnungen gebaut werden. Denn der Anteil liegt schon heute bei über 20 Prozent. «Das stört uns nicht», sagt Gemeindeschreiber Stefan Rüegg. Die Entwicklung der Gemeinde werde dadurch in keiner Weise behindert. «Wir sind hier nicht im Wallis, und Sternenberg ist nicht Crans-Montana.» Tatsächlich stehen in Sternenberg keine riesigen und modernen Ferienhaussiedlungen. Der hohe Anteil an Zweitwohnungen ist laut Rüegg vielmehr das Resultat der peripheren Lage der Gemeinde. Viele der «Zweitwohnungen» seien vererbt worden. Doch weil die Nachfahren heute nicht mehr in Sternenberg wohnten, würden die Immobilien nur noch als Wochenendhaus genutzt. Dies sei aber kein Massenphänomen. In Sternenberg gebe es knapp 200 Haushalte. Die Marke von 20 Prozent sei somit bereits mit 40 Zweitwohnungen überschritten. Anders als im Wallis, in Graubünden oder im Berner Oberland hat die Annahme der In­itia­ti­ve im Zürcher Oberländer Dorf laut Rüegg auch keine Flut von Baugesuchen ausgelöst. «Neubauten gibt es bei uns ohnehin selten», sagt der Gemeindeschreiber. Fast alle Gesuche beträfen Umbauten. Als Ausweg eine Fusion? Sollte die Ferienhausbranche eines Tages Sternenberg doch noch entdecken, gäbe es für die Gemeinde noch immer einen Ausweg: Mit einer Fusion mit der Nachbargemeinde Bauma wäre das Problem vom Tisch. «Über eine solche wird derzeit zwar diskutiert», sagt Rüegg. «Die Zweitwohnungen sind aber ganz sicher kein Grund dafür.» (wä)

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