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Wirren um das zweite Polofeld

Ein Landwirt erfährt aus der Zeitung, dass sein Land einst zum Polopark gehören soll. Der Hettlinger Gemeinde­präsident hat sich dafür entschuldigt, das Projekt unterstützt er aber weiterhin.

Unweit des Seuzacher Poloparks betreibt dessen Präsident Markus Gräff eine Renn- und Polopferdezucht. Sie steht nur wenige Hundert Meter entfernt auf Hettlinger Gemeindegebiet. Dar­um schwebt den Betreibern vor, die beiden Anlagen zu verbinden und ein Trainingsfeld, eine Trainingsbahn sowie ein weiteres Polofeld zu erstellen. Dafür wäre eine Umzonung von vier Parzellen vom Landwirtschafts- zum Erholungsgebiet nötig (siehe Karte). Die Polosport AG hat diese Anpassung im regionalen Richtplan beantragt. Der Hettlinger Gemeinderat hatte dieses Begehren anfangs unterstützt und zuhanden der Regionalplanung Winterthur und Umgebung (RWU) verabschiedet. Doch nun schwenkt er um. Wie sich nämlich herausstellte, sind die Polobetreiber gar nicht in der Lage, das Gebiet wie beschrieben zu nutzen: Das Grundstück mit der Katasternummer 41 gehört dem Landwirt Ueli Rindlisbacher. Er erfuhr aus dem «Landboten» von den Ausbauplänen. Verkaufen möchte er keinesfalls: «Mein Land stand dafür nie zur Verfügung und es wird nie zur Verfügung stehen.» «Es war ein Fehler» Der Hettlinger Gemeinderat stellt sich mittlerweile selbst gegen den Einbezug von Rindlisbachers Land. «Es war ein Fehler, dass wir die Eigentumsverhältnisse nicht abgeklärt haben», gibt der Gemeindepräsident Bruno Kräuchi zu. Eine Sonderbehandlung für die Polobetreiber streitet er ab. «Bei Anträgen von externer Seite gehen wir davon aus, dass die Angaben auch überprüft worden sind.» Künftig werde man bei Anträgen stets grundbuchamtliche Bestätigungen über die Eigentumsverhältnisse benötigen. Bei Ueli Rindlisbacher hat er sich entschuldigt. Ausgestanden ist die Sache damit allerdings nicht. Denn trotz zahlreicher Einwendungen aus der Bevölkerung unterstützt der Gemeinderat die Stossrichtung des Antrags weiterhin. «Wir möchten das jetzige Polofeld entlasten», sagt Kräuchi. «Bisher gingen wir von drei neuen Parzellen aus, jetzt sind es eben zwei.» Von den Einwendungen und Ablehnungsanträgen zuhanden der Regionalplanung habe man Kenntnis, kenne sie aber nicht im Detail. Kanton war auch dafür Wegen der falschen Angaben bezüglich der Eigentumsverhältnisse steht auch dem kantonalen Amt für Raumentwicklung (ARE) eine Neubeurteilung bevor. Das Amt hatte die Erweiterung eigentlich befürwortet: «Durch die Kon­zen­tra­tion der beiden Polosportbetriebe (Seuzach und Hettlingen) an einem Standort wird eine zusätzliche Zersiedelung der Landschaft andernorts vermieden», heisst es im Antrag. Dieses Argument entfällt nun, da das für die Zusammenlegung nötige Land nicht zum Verkauf steht. Der zuständige Gebietsbetreuer beim ARE, Bernard Capeder, bestätigt: «Als wir das Projekt beurteilten, sind wir davon ausgegangen, dass die Projektverfasser zum benötigten Land kommen», sagt Capeder. «Sollte dies nun nicht der Fall sein und keine Kon­zen­tra­tion stattfinden, relativiert das unseren Entscheid. In diesem Fall müssten wir das Projekt von Neuem beurteilen.» Die beantragte Änderung ist eine Folge von grösseren Umnutzungen im Gebiet Worbig. Der dortige Zuchtbetrieb steht auf Landwirtschaftsgebiet, für das bauliche Massnahmen nur mit Einschränkungen möglich sind. Bereits vorgenommene Umnutzungen wie den Bau einer mit teerölhaltigen Mitteln imprägnierten Umzäunung hat der Kanton im Nachhinein nicht bewilligt. Gemäss ARE sind die Betreiber deshalb gezwungen, auf dem Planungsweg zum Ziel zu kommen. Andernfalls müssen die betreffenden Parzellen gemäss den Bestimmungen für landwirtschaftliche Zonen wiederhergestellt werden. Der Betreiber der Polopferdezucht, Markus Gräff, war gestern Abend für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die Delegiertenversammlung der Regionalplanung wird Ende Juni über den Antrag entscheiden.

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