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Wo man Kunst auch mal anfassen darf

Der Werkhof in Rikon birgt im Dach eine Art Wunderkammer: Hier arbeiten Kunstschaffende jahraus, jahrein an ihren Werken. Heute eröffnen sie mit Gästen die Atelierausstellung. Man kann sich auf einen wunderbaren Mix aus Materialien und Formen freuen.

«Für die Ausstellung habe ich Ordnung im Atelier gemacht», beteuert Ulla Rohr während eines Atelierbesuches. Gemeinsam mit weiteren Kunstschaffenden arbeitet sie in einem Atelier im Dachgeschoss des Werkhofs von Rikon. Die Ausstellung ist bereits die 23. Ausgabe und Rohr ist seit Anfang an mit dabei. In den Ateliers kann man Kunstschaffenden und Kunsthandwerk in zwanglosem Rahmen begegnen. In Rohrs Atelier erkennt man – trotz der Ordnung – die zahlreichen Stationen, welche die Künstlerin durchlaufen hat. Zerbrechlich wirkende Figuren aus Papier stehen neben Gemälden und einem Sammelsurium an wunderlichen Fundstücken. Neben ihren Arbeiten setzen Max Perucchis schwarz-weisse Fotografien einen eigenständigen Akzent. «Wir bekommen immer wieder Besuch von Leuten, die keine Galerien besuchen, aber hier einen Zugang zur Kunst finden», freut sich der Fotograf. Kunst zum Anfassen An Diether Schwarz’ sorgfältig komponierten Fotografien von Bäumen vorbei gelangt man ins Atelier von Richi Heer. Gast bei ihm ist der junge Künstler Benjamin Frey. Die beiden beschäftigen sich mit dem Wasser: Frey spürt mit der Kamera den Spiegelungen der Wasseroberfläche nach und erreicht in seinen Bildern poetische Farbeffekte. Heer hat sich von den Farben des Wassers und den wechselnden Stimmungen an der See zu Aquarellen inspirieren lassen. Es sind seine neuesten Arbeiten, die er in einem Strandkorb sitzend gemalt hat. Ältere zeigt er keine. Er sei siebzig, sagt er, dennoch «muss man in die Zukunft schauen». Neben diesen Arbeiten bilden die Kompositionen aus Raku-Keramik von Margrit Steinmann einen sinnlichen Kontrast. Ihr Gast ist Verena Obrist, die kunstvolle Gegenstände aus Filz und Seide zeigt. Ihre aus heller Wolle gefilzten, zart transparenten Lampen etwa harmonieren wunderbar mit der schwarz gebrannten, opaken und glasierten Keramik. Sie überlassen nichts dem Zufall – jeder Spot wird genau arrangiert, um die Objekte ins beste Licht zu rücken. Dennoch herrscht keine museale Atmosphäre. Im Gegenteil: «Die Besucher mögen es sehr, wenn sie in einem Atelier Werke nicht nur anschauen, sondern auch anfassen dürfen», sagt Rohr.

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