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Wurstbraten nur auf Quarzsand

Die Stadt hat eine Lösung für das Volks-Wurstbraten nach der Böögg-Explosion auf dem Sechseläutenplatz: Feuern ist erlaubt, aber nur auf dem Quarzsand, auf dem auch die Pferde galoppieren.

Am Montag, 28. April, ist Sechseläuten. Der Anlass wird auch zur Feuertaufe für den edlen Natursteinbelag aus Valser Quarzit. Denn nach der Explosion des Bööggs beginnt jeweils die grosse individuelle Grillparty auf dem Platz. Hunderte von Hobbygrilleuren holen dann mit Schaufeln oder andern Gerätschaften glühende Holzkohle aus dem abgebrannten Scheiterhaufen, um auf einem separaten Plätzchen im kleinen Kreis Würste zu braten. Das städtische Tiefbauamt hat schon früh erkannt, dass sich dieses Volksfest nicht verbieten lässt – obwohl es um den neuen Valser Quarzit Sünd und schade ist. Deshalb hiess die Losung stets: Das Wurstbraten findet statt. Eine Lösung zur Schonung der Steine werde sich schon finden. Unterdessen hat das Tiefbauamt sie gefunden, hält sie aber unter Verschluss wie ein Staatsgeheimnis. Kurz vor dem Fest, am 23. April, will sie sie bekannt machen. «Damit den Leuten die Regeln auch noch im Gedächtnis sind, wenn es so weit ist», wie Sprecher Stefan Hackh sagt. Den Quarzsand verteilen Laut gut informierten Personen hat die Stadt folgendes Regime vorbereitet: Wie im Vorjahr präpariert sie mit einem Spezialmaterial zunächst eine Pferdebahn rund um den Scheiterhaufen. Die Tiere können ja nicht auf dem nackten Steinbelag galoppieren. Der Belag besteht aus einem Gemisch aus Quarzsand und Kunststofffasern und soll 15 bis 20 Zentimeter dick sein. Nach der Verbrennung des Bööggs verteilen Arbeiter den Quarzsand auf eine grössere Fläche, ohne aber den ganzen Platz zu bedecken. Erst wenn dies geschehen ist, wird der bis jetzt abgesperrte Platz fürs Publikum geöffnet. Jetzt kann das allgemeine Wurstbraten losgehen. Wie in den Vorjahren dürfen die Leute Holzkohle holen und ihre individuelle Feuerstelle einrichten. Aber eben nur dort, wo Quarzsand liegt. Speziell dafür zuständiges Aufsichtspersonal der Stadt soll dafür sorgen, dass alles in geordneten Bahnen abläuft. Hackh will diese Version nicht bestätigen. Laut seinen Angaben besteht tatsächlich die Gefahr, dass der Valser Quarzit durch die hohen Temperaturen von bis zu 12 000 Grad Schaden nimmt, wenn auf ihm ungeschützt gefeuert wird. Es könne zu Absplitterungen kommen, abgesehen von schwarzen Flecken. Ein solches Risiko wolle man nicht eingehen. Der feuerfeste Quarzsand als Unterlage der Holzkohle soll das verhindern. Es handelt sich übrigens um dasselbe Material, das auch bei Reitsportanlässen im Hallenstadion verwendet wird. Der rezyklierbare Quarzsand wird mit Lastwagen zum Sechseläutenplatz transportiert und nach Gebrauch mit einer Art Staubsauger eingesammelt. Brandflecken ja, Schäden nein Ob und wie stark die Holzkohle dem Valser Quarzit tatsächlich schadet, ist kontrovers. Gian Casanova, zuständig für Marketing und Verkauf der Firma Truffer (Vals), die den Stein liefert, sagt auf Anfrage, der Quarzit würde ohne Unterlage sicher fleckig und unansehnlich. Er glaubt aber nicht, dass die zehn Zentimeter dicken Steine wirklich Risse bekommen. «Es wäre sicher hässlich, wenn der ganze Platz mit schwarzen Brandflecken übersät wäre», sagt er. Auf keinen Fall will er damit aber sagen, dass die Leute ungeschützt grillieren sollen. Das Wurstbratenregime der Stadt kenne er nicht. Bereits bekannt ist, wie die Stadt den Steinbelag unter dem Böögg-Scheiterhaufen gegen die Hitze schützen will. Vorgesehen ist ein Belag mit Isolierplatten, die nach dem Sechseläuten wieder entfernt werden. Der Platz hat eine Fläche von 12 600 Quadratmetern. Versetzt wurden über 110 000 Stück der 250 Millionen Jahre alten Steine. Die Platzgestaltung kostet rund 28 Millionen Franken, wobei die Natursteine nur rund 2 Millionen ausmachen.

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