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YB am Rande einer Blamage

Chisinau. Die Young Boys haben sich in Moldawien erst im Elfmeterschiessen vor der grössten Blamage der Klubgeschichte gerettet.

Die Young Boys mussten gegen Zimbru Chisinau ins Elfmeterschiessen, weil sie nach 120 Minuten 0:1 zurücklagen. «Solche Spiele sind Festtage», hatte Trainer Martin Rueda im Vorfeld des Rückspiels der «Berner Zeitung» gesagt. Beinahe wäre der Auftritt in der moldawischen Hauptstadt aber zu einem gewaltigen Desaster geworden. 0:1 lautete das Skore nach 90 Minuten, YB musste gegen den Aussenseiter in die Verlängerung. Erst dort spielte der Schweizer Vertreter so, wie man es von einem Favoriten erwarten durfte. Aber Emmanuel Mayuka vergab, einmal mehr, kläglich (105.) und Alexander Farneruds Freistoss war zu hoch angesetzt (114.). So musste YB erstmals in seiner Europacupgeschichte in ein Penaltyschiessen – und blieb dort siegreich.

Wenigstens nervenstark

Wenigstens vom Elfmeterpunkt aus zeigten die YB-Spieler (Christoph Spycher, Mayuka, Alain Nef, Franco Costanzo) Nervenstärke. Gewiss: Das Weiterkommen der Young Boys war völlig verdient. Trainer Martin Rueda zählte addierte «20 grosse Chancen in beiden Spielen» und sprach davon, so etwas noch selten erlebt zu haben. «Aber wir haben uns dadurch das Leben selber schwer gemacht», fasste Christoph Spycher das Geschehen zusammen. Vor allem in der ersten Halbzeit scheiterte YB mehrmals an Goalie Nicolae Calancea, dem klar besten Spieler der Moldawier.

Die ersten 45 Minuten waren im Prinzip eine Kopie des Hinspiels im Stade de Suisse. Allerdings mit dem grossen Unterschied, dass das Skore zur Pause überraschend 1:0 für Zimbru lautete. Kurz vor der Pause gewann Stürmer Achmet Barachojew nach einer Flanke das entscheidende Kopfballduell gegen Alain Nef und brachte das Heimteam, entgegen dem Spielverlauf, in Führung. Danach tat sich YB aussergewöhnlich schwer, den Rückstand zu korrigieren. Goalie Marco Wölfli, der im Elfmeterschiessen einen Versuch der Moldawier abwehrte und einen über sein Tor fliegen sah, bezeichnete die Begegnung als «eine der schwersten der letzten Jahre». Er stellte beim Gegner eine unglaubliche Leidenschaft fest. Diese hätte in der 70. Minute beinahe zum 0:2 geführt. Wölflis Intervention gegen Barachojew war notwendig.

Jetzt gegen Kalmar

In der dritten Runde treffen die Young Boys mit Heimvorteil im Rückspiel am 9. August auf Kalmar. Das Team aus Südschweden eliminierte in seinem K.-o.-Duell die Kroaten von Osijek mit dem Gesamtskore von 6:1 (3:1, 3:0). Das Ziel der Young Boys, die Gruppenphase zu erreichen, ist weiter machbar. Auch wenn YB in Chisinau am Abgrund stand. (si)

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