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«Zahnlücke» mobilisiert Mitte-Links

Die angesetzte Frist für die Einreichung von Wahlvorschlägen ist gestern abgelaufen. Weil für die zwei vakant werdenden Gemeinderatssitze vier Kandidaturen vorliegen, kann die Ersatzwahl nicht im stillen Verfahren erfolgen: Gewählt wird an der Urne.

Die SP und der in der Mitte politisierende Gemeindeverein hatten es angekündigt: Sie wollen verhindern, dass die zwei im Gemeinderat frei werdenden Sitze wieder durch die mächtige Allianz von SVP und Gewerbeverein besetzt werden. Und das wegen der Umstände, die zum Rücktritt der beiden SVP-Gemeinderäte Heier Wipf und Urs Lüthi geführt hatten. Zur Erinnerung: Wipf hatte, entgegen den Auflagen der Denkmalpflege, im Frühjahr die Scheune im Dorfzentrum, die er in Wohnungen umnutzen wollte, abgerissen. Worauf ihn der Gemeinderat verzeigte. Lüthi trat zurück, weil er als Hochbauvorstand seine Aufsichtspflicht vernachlässigt hatte. Noch heute klafft im Ortsbild eine «Zahnlücke». Im Zuge dieser Geschichte kamen SP und Gemeindeverein zur Überzeugung, der Gemeinderat – mit bisher fünf SVP- und zwei parteilosen Mitgliedern – müsse sich ausgewogener zusammensetzen. SP-Bezirkspräsident Markus Späth (Feuerthalen) wies dar­auf hin, dass an den letzten Wahlen (Nationalrat 2011) in Mar­tha­len 52 Prozent anders als für die SVP-Kandidaten gewählt hatten: «Jetzt ist Gelegenheit, im Gemeinderat auch den Nicht-SVP-Stimmenden eine gebührende Vertretung einzuräumen.» Die SVP machte sich gleich nach der amtlichen Publikation der Wahlanordnung auf Kandidatensuche – noch vor den Sommerferien. Den deswegen erhobenen Vorwurf, sie habe Insiderwissen genutzt, um sich einen Startvorteil zu verschaffen, weist Parteipräsident Paul Mayer heftig zurück: «Niemandem war verwehrt, zügig anzupacken. Die SVP sah sich einfach in der Verpflichtung, rasch dafür zu sorgen, dass der Gemeinderat wieder in voller Besetzung arbeiten kann.» So rasch wird das nun allerdings nicht gehen: Weil nicht nur die Allianz SVP/Gewerbeverein mit zwei Kandidaturen (Susanne Friedrich und Matthias Stutz) Anspruch auf die beiden Ende Oktober frei werdenden Sitze erhebt, sondern auch der Gemeindeverein (mit Roger Mächler) und die SP (mit Roman Gerber), wird an der Urne entschieden – und zwar am 25. November. (lü)

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