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«Zahnlücke» ohne Folgen für die SVP

Die SVP hat die «Zahnlückenaffäre» ungeschoren überstanden. Mitte-Links ist in der Ersatzwahl für die zwei Gemeinderatssitze gescheitert.

Eine Mehrheit der Marthaler, die sich an der gestrigen Urnenwahl beteiligt haben, schenkt der SVP und dem mit ihr eng verbündeten Gewerbeverein weiterhin das Vertrauen – obwohl …

  • … ein SVP-Gemeinderat widerrechtlich in der Kernzone eine Scheune abgerissen hat (und als Folge davon zurücktrat);
  • … ein anderer SVP-Gemeinderat seine Aufsichtspflicht vernachlässigt hat (und deshalb ebenfalls zurücktrat);
  • … die Sozialdemokraten und der in der Mitte politisierende Gemeindeverein mit je einem Kandidaten «frischen Wind» in den Gemeinderat zu bringen versprachen;
  • … die SVP der Wahlveranstaltung vom 6. November, zu der alle Kandidaten eingeladen waren, fernblieb.

«Wir haben keine Werbung nötig», lautete die Begründung der SVP zur Verweigerung. Sie bekam in der gestrigen Urnenwahl, an der sich 54 Prozent der Stimmberechtigten beteiligten, recht: Matthias Stutz (Gewerbeverein) und Susanne Friedrich (SVP) meisterten das absolute Mehr von 378 mit 428 respektive 388 Stimmen. Roger Mächler (Gemeindeverein) und Roman Gerber (SP) hatten mit 365 respektive 298 Stimmen das Nachsehen. Einseitige Zusammensetzung Matthias Stutz, geboren 1975, ist Geschäftsführer einer Firma in Winterthur und Präsident der Pontoniere Ellikon am Rhein. Susanne Friedrich, geboren 1967, hat eine 60-Prozent-Anstellung als Kauffrau. Mit der Wahl der beiden wird sich der siebenköpfige Gemeinderat weiterhin ausnahmslos aus Personen zusammensetzen, die Mitglied der SVP sind oder dieser Partei sehr nahestehen. Der 36-jährige Architekt Roger Mächler und der gleichaltrige Lehrer Roman Gerber hatten einen engagierten Wahlkampf geführt – unter anderem mit einem Flugblatt, das die «Zahnlücke» zeigt, also den Ort, wo die Scheune stand, deren Abbruch zur Ersatzwahl geführt hat. Beide warben auch mit dem Argument, dass auch die Bewohner, die im Spektrum der politischen Parteien in der Mitte und links stehen, im Gemeinderat vertreten sein sollten, und machten sich für einen «freiwilligen Proporz» stark. (lü)

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