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«Ziemlich cool»

NEW YORK. Nach Wimbledon und Olympia gewann Serena Williams auch das US Open.

Das 6:2, 2:6, 7:5 gegen die Weissrussin Victoria Asarenka brachte den 15. Major-Titel für die 30-jährige Amerikanerin. 1999 im zarten Alter von 17 Jahren hatte Serena Williams in Flushing Meadows erstmals an einem Grand-Slam-Turnier triumphiert. 13 Jahre und 13 Major-Titel später setzte sie mit dem inzwischen vierten Titel in New York ihrem Lauf der letzten Monate die Krone auf.

«In drei Dekaden zu gewinnen, ist ziemlich cool», sagte Williams. Noch nie zuvor in der Open-Ära hat eine Spielerin in einer solchen grossen Zeitspanne dasselbe Grand-Slam-Turnier mehrmals gewonnen. In ihrem sechsten Final in New York und ihrem 19. Grand-Slam-Endspiel bewies Williams, dass sie nicht nur über ausserordentliche athletische Fähigkeiten, immens viel Kraft und Schnelligkeit verfügt, sondern auch ein grosses Kämpferherz hat. Nachdem die Weltnummer 4 in zuvor sechs Partien keinen Satz und nur 19 Games abgegeben hatte, lag sie gegen Asarenka im entscheidenden Durchgang 3:5 zurück, ehe sie die Wende herbeiführte. «Ich kann es nicht glauben, dass ich gewonnen habe. Ich hatte bereits meine Rede als Verliererin vorbereitet, weil sie so gut spielte», sagte Williams.

Vom 3:5 zum 7:5

Die Entscheidung in einem am Ende dramatischen Spiel unter Flutlicht im Arthur-Ashe-Stadion fiel im letzten Game, als Williams nach 2:18 Stunden und einer ins Out geschlagenen Rückhand Asarenkas das alles entscheidende Break zum 7:5 gelang. Wenige Minuten zuvor war die Weissrussin beim Stand von 5:3 und Aufschlag Williams zwischenzeitlich nur noch zwei Punkte von ihrem ersten Titelgewinn in Flu­shing Meadows entfernt gewesen. Doch Williams kämpfte sich zurück und schaffte das Break, indem sie von drei Fehlern Asarenkas profitierte, als diese zum Titelgewinn servieren konnte. «Serena hat den Sieg verdient. Sie hat bewiesen, dass sie ein grosser Champion ist», lobte Asarenka.

Zu Beginn der Partie hatte alles auf einen schnellen Erfolg von Williams hingedeutet. Die Amerikanerin hatte nach einer guten halben Stunde den ersten Satz mit 6:2 gewonnen und schien alles unter Kontrolle zu haben. Während sie 16 Gewinnschläge verbuchte, gelangen ihrer Gegnerin gerade einmal zwei Winner. Bei eigenem Aufschlag war Williams, die insgesamt 13 Asse schlug und mit bis zu 200 km/h servierte, überhaupt nie in Bedrängnis gekommen. Sie war auf bestem Weg, zum dritten Mal nach 2002 und 2008 den Titel in Flushing Meadows ohne Satzverlust zu gewinnen.

Doch im Gegensatz zu allen anderen Gegnerinnen von Williams in den letzten zwei Wochen fand Asarenka in ihrem erst zweiten Grand-Slam-Final einen Weg zurück ins Spiel. Die 23-jährige Minskerin begann im zweiten Satz aggressiver und mutiger zu spielen, sie retournierte besser und zwang Williams zu mehr einfachen Fehlern (insgesamt 45). Sie schaffte den verdienten Satzausgleich, sodass erstmals seit 17 Jahren wieder ein dritter Satz die Entscheidung in einem Frauen-Final in Flushing Meadows bringen musste. 1995 hatte die Deutsche Steffi Graf dank einem 7:6, 0:6, 6:3 gegen Monica Seles ihren vierten von fünf Titeln in New York geholt.

Im Entscheidungssatz behielt Williams das bessere Ende für sich und kam im elften Duell mit Asarenka zum zehnten Sieg. Für die Weissrussin war es erst die dritte Niederlage auf Hartplatz in diesem Jahr (bei 32 Siegen). «Ich bin traurig. Es schmerzt, wenn man so nahe dran ist, es aber nicht schafft», so Asarenka. «Aber ich bereue nichts. Es war ein grosses Spiel, ich habe alles gegeben. Und in ein paar Tagen, wenn ich nach Hause gehe, werde ich mit meinem Sommer mehr als zufrieden sein.» (si)

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