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Zimmer Biomet verlegt Hauptsitz

Das Medizinaltechnik-Unternehmen will seinen Firmensitz von Winterthur nach Zug verschieben.

Jigme Garne
Zimmer Biomet war bisher in Oberwinterthur beheimatet.
Zimmer Biomet war bisher in Oberwinterthur beheimatet.
zvg

Überraschend hat Zimmer Biomet am Mittwoch um 18 Uhr bekanntgegeben, dass das Unternehmen seinen Hauptsitz für Europa, den Nahen Osten und Afrika (EMEA) von Winterthur nach Zug verlegen will.

Das Unternehmen geht laut Medienmitteilung davon aus, dass bis zu 130 Mitarbeitende aufgefordert werden, ihren Arbeitsplatz nach Zug zu verlegen. Der Grossteil der Beschäftigten bleibe weiterhin in Winterthur, einer der grössten Produktionsstätten des Unternehmens weltweit. Bisher waren in Winterthur rund 1100 Mitarbeitende beschäftigt. Damit zählt Zimmer Biomet zu den grössten privaten Arbeitgebern der Stadt.

Manager und Kader betroffen

Laut Firmensprecherin Anke Peters werden vor allem Manager und Kadermitarbeiter zügeln müssen. «Zug ist ein wichtiger Standort für die Medtech- und Pharma-Branche», begründet sie die Wahl des neuen Hauptsitzes.

«Wir haben in Winterthur über die vergangenen Jahrzehnte einen starken und erfolgreichen Fertigungsstandort etabliert», lässt sich Didier Deltor, Präsident Zimmer Biomet EMEA, in der Mitteilung zitieren. «Zimmer Biomet hält am Standort Winterthur und am Standort Schweiz im Allgemeinen weiterhin fest.» Er sei überzeugt, dass die geplante Verlegung es der Firma ermöglichen wird, in sämtlichen Märkten in Bereiche mit dem grössten Wachstumspotenzial zu investieren.

Künzle: «Das ist bitter»

Dass Zimmer Biomet seinen Hauptsitz nach Zug verschiebe, sei eine «bittere Nachricht», sagt Stadtpräsident Michael Künzle (CVP). Er sei aber froh, dass die rund 1000 Stellen in der Produktion in Winterthur verblieben. An diesen würden über Zulieferer weitere rund 1000 Stellen hängen.

Er sei vom Unternehmen vorab über die Pläne informiert worden, sagt Künzle. Für den Sitzwechsel vermutet er steuerliche Gründe. «Vor so einem Szenario habe ich im Zusammenhang der Steuervorlagen gewarnt», sagt er. Der Kanton Zürich könne mit Steuerparadiesen wie Zug nicht mithalten.

Der Wegzug wird für Winterthur finanzielle Konsequenzen haben. In welchem Umfang Steuern ausfallen ist unklar. Eine Schätzung dafür gibt es laut Künzle noch nicht. Unschön sei auch, dass nicht alle in Winterthur abgebauten Arbeitsplätze in Zug weiter existierten. Das Unternehmen habe auch Entlassungen und einen Sozialplan angekündigt.

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