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«Zivis» schwitzen für Bevölkerung

46 Pioniere der Zivilschutzorganisation Tösstal führen diese Woche Instandhaltungsarbeiten in der Region durch. Den Pickel schwingen dabei nicht nur geübte Handwerker.

Dutzende orange-grün gekleidete Männer sind diese Woche in allen Ecken des Tösstals anzutreffen. 46 Pioniere der Zivilschutzorganisation Tösstal leisten während fünf Tagen ihren Dienst zugunsten der Gemeinschaft. Unter dem Kommando von Major Reto Haltinner sanieren sie Wanderwege, halten Aussichtspunkte in Schuss und installieren neue Sitzbänke. Weitere 18 Zivilschützer absolvieren ihren Dienst als Betreuer in verschiedenen Tösstaler Altersheimen. Kommandant Haltinner ist mit der Leistung seiner Truppe zufrieden: «Ihre Moral und Bereitschaft, zu arbeiten, ist stets gut.» Arbeiten verzögern sich Engagement hin oder her – manchmal gerät der Fortschritt auf den sieben Baustellen ins Stocken. So etwa in Bauma, wo bei der Sanierung einer Waldstrasse zwei von drei Maschinen kaputt gingen. Oder auf dem Zora-Weg in Wildberg, wo für die Ableitung von Wasser aus einer Böschung die falschen Rohre geliefert wurden. Fertig wird man laut Haltinner dennoch. Es sei erst einmal vorgekommen, dass eine Baustelle nicht abgeschlossen werden konnte. «In einem solchen Fall besteht die Möglichkeit, die Instandhaltungen in der Arbeitswoche nächstes Jahr zu beenden.» Auch auf der Baustelle von Darko Gajic und Daniel Dullnig verzögern sich die Arbeiten. Im Gebiet Hochlandenberg in Wila reissen sie zusammen mit drei Kameraden eine marode Hangverbauung samt Sitzbank ab und errichten alles neu. «Die Ebene unter der Sitzbank wird mit Kies aufgefüllt. Fälschlicherweise wurde uns aber Splitt geliefert. Jetzt müssen wir erst den Kies auftreiben», erklärt Gajic, der als Gruppenführer auf der Baustelle das Sagen hat. Das ist deshalb erstaunlich, weil Gajic gar kein Handwerker ist. «Ich habe zwar Spengler gelernt, bin jetzt aber Bürolist», sagt er und lacht. Genau wie sein Arbeitskollege Dullnig arbeitet er bei einer IT-Firma. Willkommene Abwechslung Tastatur und Maus gegen Karette und Schaufel zu tauschen, ist für beide eine willkommene Abwechslung: «Es tut gut, mal etwas anderes zu machen», sagt Dullnig. Bringt ihn die muskelintensive Handarbeit nicht ausser Puste? «Ich mache auch sonst viel Sport, dar­um kann ich die Aufgabe hier gut bewältigen. Aber es stimmt, am Abend merkt man nicht nur im Rücken, was man den ganzen Tag lang geleistet hat», erzählt der Winterthurer. Das schöne Wetter Anfang Woche war quasi die Belohnung für die Strapazen: «Die Aussicht reichte bis zum Pilatus. Ein tolles Panorama.» Zur Zivilschutzorganisation Tösstal gehören die Gemeinden Bauma, Sternenberg, Turbenthal, Wila, Wildberg und Zell. Für die Arbeiten, die sie zugunsten der Gemeinschaft ausführen darf, gelten strenge Regeln. So darf der Zivilschutz private Unternehmen nicht konkurrenzieren. Annehmen darf er nur Aufträge, welche Kanton, Gemeinden und Vereine nicht mit eigenen Mitteln bezahlen können. Das unterstützte Vorhaben darf nicht gewinnorientiert sein und die anfallende Arbeit muss Zweck und Aufgaben des Zivilschutzes erfüllen.

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