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Zu viele Fehler am Schiessstand

Krasnaja Poljana. Die Biathletinnen überzeugten mit dem Bestresultat einer Schweizer Frauenstaffel. Selina, Elisa und Aita Gasparin sowie Irene Cadurisch belegten über 4×6 km den 9. Platz. Und doch gab es einen Wermutstropfen.

Letztes Jahr an den Weltmeisterschaften waren die Frauen erstmals nicht überrundet worden, nun kämpften sie sogar um einen Diplomrang. Zum Coup fehlten bloss 12 Sekunden, der Rückstand auf die siegreiche Ukraine fiel mit 2:30 Minuten so gering aus wie noch nie auf die erstklassierte Nation.

Ein Diplomrang lag vor dem Rennen im Bereich der Träume. Die Olympiaqualifikation mit dem 10. Rang in Ruhpolding schien das höchstmögliche der Gefühle zu sein. Doch das Pech anderer Nationen brachte das helvetische Quartett auf einen Schlag in eine vorteilhafte Ausgangslage. Die Deutschen, die durch das mögliche Dopingvergehen von Evi Sachenbacher-Stehle in der Vorbereitung auf das Rennen massiv gestört worden waren, lagen bereits nach der ersten Läuferin Franziska Preuss hoffnungslos zurück. Diese hatte danach auch noch am Schiessstand grosse Probleme, weil ihr Visier verunreinigt war.

Ausserdem sorgte ein Schwächeanfall der Französin Marie Laure Brunet für Aufsehen. Sie musste von Rettungskräften an der Strecke behandelt und danach abtransportiert werden. Laut ersten Informationen soll es sich aber lediglich um vorübergehendes Unwohlsein gehandelt haben.

Die vier Frauen aus dem Engadin kämpften von Beginn an gegen das Durchreichen im Feld. Ihr Trainer Markus Segessenmann stellte mit Selina Gasparin, der Olympiazweiten im Einzel, die Nummer 1 auf die Startposition – einerseits um der 29-Jährigen nochmals eine Bühne im Laura-Stadion zu geben, andererseits um den auf dem Papier zunehmend schwächer werdenden Läuferinnen eine motivierende Ausgangslage zu verschaffen.

Selina Gasparins Fehlschüsse

Der Start allerdings misslang. Vier der insgesamt neun Nachlader gingen auf das Konto von Selina Gasparin. «Ich wollte als Erste übergeben, das habe ich als Fünfte nicht geschafft», sagte sie. Die 28 Sekunden Rückstand waren eine happige Hypothek für ihre Schwestern. Elisa und Aita zeigten allerdings starke Leistungen und brachten die Schweiz wieder zurück in den Kampf um ein Diplom. Cadurisch übernahm mit bloss 1:15 Minuten Rückstand als Siebente. Dass sie auf der Loipe mehr als eine Minute einbüssen würde, war klar. Die drei Nachlader im Liegend-Anschlag mochte es hingegen nicht mehr leiden. Immerhin rang Cadurisch auf der Zielgeraden noch die Polin Monika Hojnisz nieder.

Gold holte die Ukraine. Das Quartett Julia Dschyma, Wita Semerenko, Walj Semerenko und Olena Pidgruschna siegte vor Russland, dem Olympiasieger von 2010, und bescherte dem von politischen Unruhen betroffenen Land die erste Goldmedaille in Sotschi. Bronze ging nach Norwegen. (si)

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