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Zu Weihnachten Sonnenener­gie­

Ob Hettlingen eine Solaranlage bauen kann, wird sich am 1. Dezember an der Gemeindeversammlung zeigen. Indes sammelt ein Verein Gelder. Eine Aktion, die das Volk für die Abstimmung mobil machen soll.

Eigentlich sind sich alle einig. ­Erneuerbare Ener­gie­n sind eine ­gute Sache und sollen gefördert werden. So will es der Bund, so will es eine breite Allgemeinheit in der Bevölkerung. So will es auch Hettlingen – eigentlich.

Die Gemeindeversammlung wird am 1. Dezember dar­über entscheiden, ob ein Kredit in der ­Höhe von 220 000 Franken für eine Photovoltaikanlage auf zwei Dächern der Primarschule gut­geheissen werden sollen. Mit der kürzlich sanierten und erweiterten Holzschnitzelheizung des Wärmeverbundes «Schule» erzeugt die Gemeinde Hettlingen heute schon einen Anteil an ­erneuerbarer Ener­gie­. Mit der ­Solaranlage soll ein weiterer Beitrag zum ausgewogenen Ener­gie­mix beigetragen werden.

Langfristige Investition

Der Gemeinderat beurteilt Bau und Betrieb der Anlage als zeitgemäss und sinnvoll, wie es in der Weisung abschliessend heisst. Am Dienstag hat er die Bevölkerung zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. «Das war die Hauptprobe für die anstehende Gemeindeversammlung», sagt Gemeindeschreiber Matthias Kehrli. Aus der Probe hat sich ihm folgender Stand präsentiert: «Diese Investition ist langfristig angelegt, zahlt sich jedoch bereits ab Inbetriebnahme durch Reduktion der Stromkosten in den Schulanlagen aus. Die Finanzierung und die Komplexität der zu erwartenden KEV-Gelder bedürfen noch Erklärungen.» Es sei nun Aufgabe der Behörde, am 1. Dezember darzulegen, wie das Projekt sich finanziere. Die Rechnungsprüfungskommission empfiehlt dem Stimmvolk, den Antrag abzulehnen. Ebenfalls sei zwar eine grundlegend bejahende Haltung ge­gen­über erneuerbarer Ener­gie­ vorhanden, jedoch lasse es die finanzielle Si­tua­tion der Gemeinde nicht zu, eine solche «weder dringliche noch nötige» Investition zu tätigen, wie der Weisung zu entnehmen ist.

Ideellen Wert schenken

Auch Jürg Hofer, Präsident des Vereins Erneuerbare Ener­gie­ Hettlingen (EEH), sagt: «An der Gemeindeversammlung muss aufgezeigt werden, dass die An­lage bis in 20 Jahren Geld abwerfen wird.» Ihm geht es nun hauptsächlich darum, die Bevölkerung für die Gemeindeversammlung zu mobilisieren.

Eine Art Spendenaktion läuft bereits: Mittels Crowdsponso-ring sollen bis Weihnachten 40 000 Franken zusammenkommen. 32 000 sind bereits gesammelt. Jeder kann eines von ins­gesamt 167 Modulen auf einem der beiden Schulhausdächer, auf denen die Anlage geplant ist, mit 260 Franken kaufen; das heisst, den Kauf zusichern, bis klar ist, ob das Projekt realisiert werden kann. 54 Module sind noch frei.

«Machen Sie mit bei diesem Herzensprojekt», steht auf der Internetseite des EEH geschrieben. «Es macht Freude, einen ­ideellen Wert zu schenken», sagt Hofer, «an Kinder, Enkelkinder, oder Patenkinder, beispielsweise zu Weihnachten.» Melanie Kollbrunner

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