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Zufrieden mit der Entwicklung

Kloten. Es geht doch: Mit normaler Arbeit sind die Rapperswil-Jona Lakers alles andere denn ein übermächtiger Gegner für die Kloten Flyers.

Man ist geneigt, festzuhalten, dass der Alltag zurückgekehrt ist. Auf das ernüchternde 4:6 folgte ein 5:0 der Kloten Flyers über die Lakers. Nach sieben Minuten schon nahm Rapperswils Coach Harry Rogenmoser sein Timeout, es nützte alles nichts – weil die Flyers nicht ein zweites Mal gewillt waren, dem Gegner Räume und Tore zu öffnen. Damit verhinderte Kloten Schlimmeres, das Abrutschen unter den Strich nämlich. Aber mit dem Ausrutscher vom Freitag verbauten sich die Flyers auch den Weg Richtung sorgenfreier Woche mit den Auswärtsspielen in Biel und Bern. Sechs Punkte hätten es am Wochenende sein müssen, nicht wegen des Hochkletterns in der Tabelle, sondern um den Abstand auf die Verfolger zu vergrössern. Die Playoff-Teilnahme ist mit 76 Punkten (hochgerechnet aufs Qualifikationsende) keinesfalls gesichert. Die beiden Partien brachten einige erstaunliche Fakten, es rückten Namen in den Vordergrund, um die es sonst eher ruhiger ist. Zum Beispiel Emil Lundberg. Der schwedische Center war während elf Partien torlos geblieben, nun schoss er gleich zweimal in Folge einen Treffer. Weil er das wichtige 2:0 am Samstag nach einem der vielen Abpraller erzielte (als bisher beinahe erster Klotener Spieler mal sich im Raum vor dem Tor behauptete), wurde er gar zum besten Spieler der Partie ausgezeichnet. Lukas Meili, der im zweiten Duell der Saison mit Rapperswil so gepatzert hatte, dass die Lakers innert weniger als 20 Minuten hatten vier Tore schiessen dürfen, zeigte sich nach der Zwangspause dermassen konzentriert, dass er nur eine Woche nach Ronnie Rüeger seinen ersten Saison-Shutout erreichte, den ersten überhaupt in der NLA. Und zum zweiten Mal in Folge gelang der ersten Linie mit Denis Hollensein, Tommi Santala und Simon Bodenmann nicht ein Treffer. «Vielleicht hatten sie ein bisschen zu viel Eiszeit in den bisherigen Partien», mutmasst Trainer Tomas Tamfal. Es geht aber auch ohne sie, wenn die andern aktiv werden. Neben Lundberg waren das Victor Stancescu, Samuel Walser, Kamil Kreps und Patrick von Gunten. Laich: Nur wenn er fit ist Vielleicht hat die Steigerung von Emil Lundberg und (teilweise) von Kamil Kreps damit zu tun, dass die beiden regelmässig zum Einsatz kommen. Denn Brooks Laich fehlt noch immer, und noch immer ist er nicht aus Washington zurückgekehrt. «Ich stehe in Kontakt zu ihm», sagt Tamfal, «er kommt, wenn er 100-prozentig gesund ist.» Das könnte allerdings noch einige Zeit dauern. Es ist nicht anzunehmen, dass die amerikanischen Ärzte in Sachen Adduktorenbehandlung dermassen viel besser gerüstet sind als die Schweizer Berufskollegen. Sportlich, so denkt Tamfal bei Qualifikationshalbzeit, welche die Flyers am Samstag erreichten, habe das Team eine Entwicklung gemacht, mit der er zufrieden sei. Ob er in der Aufstellung, die ihm bei Saisonstart zur Verfügung stand, mit nur einem gesunden Ausländer (Lundberg) und den Junioren Leone. Gähler, Hoffmann; einem angeschlagenen Dupont, ohne Lemm, lange ohne Liniger, im Mittelfeld klassiert wäre, ist nicht vorstellbar. Die Korrektur jener Ausrichtung, die von Beginn an zum Scheitern verurteilt war, hatte eine grosse Bedeutung, ebenso die Verpflichtung eines NHL-Spielers. Laichs Leistung liess zwar wegen seiner gesundheitlichen Probleme nach, aber seine Ankunft verlieh einen neuen Schwung. Was das Wochenende mit den zwei Rapperswiler Partien auch noch gezeigt hat: Es sieht nicht so aus, als ob die Kloten Flyers keine Torhütersorgen hätten – das vor allem auf die Zukunft bezogen. Lukas Meili zeigt oft Erstaunliches – aber nicht nur immer in positivem Sinne. Kann er dereinst eine Nummer 1 in einem NLA-Klub werden, der an der Spitze mitspielen will? Man kann sich nicht vorstellen, dass Meili nach einigen Jahren besser (oder gleich gut) wie Ronnie Rüeger zu seinen besten Tagen wird. Die Torhüterfrage sinnvoll zu beantworten: Das müsste eine der dringendsten Aufgaben für den neuen Sportchef André Rötheli sein. Denn mögliche Kandidaten werden nicht ewig auf dem Markt bleiben.

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