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Zufriedenheit ja, Euphorie nein

Winterthur. Der HC Rychenberg kann auf eine gelungene Unihockey-Saison 2012/13 zurückblicken. Rolf Kern führte seine Mannschaft auf den geteilten dritten Platz.

Bereits im Laufe der 22 Runden umfassenden Qualifikation hatte sich angedeutet, dass der HC Rychenberg in seiner dreissigsten NLA-Saison in Folge auf gutem Weg war, seine Primärziele zu erreichen. Die Winterthurer been­deten den Grunddurchgang auf jenem siebten Rang, der ihnen landauf, landab bestenfalls zugetraut worden war, und schafften da- mit die angestrebte Playoff-Teilnahme. Dass diese zu keiner Zeit ernsthaft in Frage stand, erlaubte es dem Trainergespann Rolf Kern, Urs Helbling und Jonas Grunder, seine Ideen ohne hektische Betriebsamkeit zu implementieren.

Die Mannschaft vorwärtszubringen, gelang den drei Ex-Internationalen nicht immer gleich gut: «Die Zeit bis Weihnachten war durchzogen», blickt Cheftrainer Kern zurück. «Doch im neuen Jahr ging es individuell wie auch als Ganzes stetig aufwärts.» Trotz dieser Fortschritte hatte Rychenberg niemand zugetraut, im Viertelfinal Wiler-Ersigen aus dem Wettbewerb zu werfen. Ein einzelner Sieg schien gegen den Meister der letzten sechs Jahre möglich, aber kein Erfolg in einer Best-of-seven-Serie. Doch nach einem missratenen Startspiel biss sich die Mannschaft regelrecht in die Serie hinein, zeigte mehr Leidenschaft als der überaus routinierte Favorit und auch erstaunliche Nehmerqualitäten. Eine unnötige Niederlage im dritten Match vermochte das Team ebenso wenig vom Weg abbringen wie das zwischenzeitliche 1:3 in der Serie oder der 0:2-Rückstand im entscheidenden siebten Spiel. Das Pu­blikum honorierte die starken Auftritte mit seinem zahlreichen Erscheinen: Total 3730 Zuschauer verfolgten die fünf Playoff-Heimspiele.

Dass es im Halbfinal nicht gelang, auch Qualifikationssieger Alligator Malans auszuschalten, führte der Trainer vor allem auf einen Faktor zurück: «Malans war wie gewohnt stark mit seinen ‹Special Teams›. Da müssen wir künftig den Daumen vermehrt draufhalten.» Besonders augenfällig war dies in Spiel 4 (4:5), als Rychenberg aus fünf Möglichkeiten kein Tor erzielte, die Bündner hingegen aus deren drei zwei Treffer und damit die entscheidende Differenz schufen.

Dass zu diesem Zeitpunkt Abwehrchef Mikael Lax wegen einer Verletzung nicht mehr dabei war, trug sicher auch einen Teil zu diesem Malus bei. Anders als im Vorjahr aber spielten nicht ausschliesslich Nationaltorhüter Pascal Meier und die in den Playoffs überzeugenden finnischen Verstärkungsspieler Mikko Hautaniemi, Jukka-Pekka Kinnunen und Lax das Zünglein an der Waage: «Alle im Team bekamen ihre Chancen, und junge Talente haben sich unter dem sehr guten Trainerstab profiliert», freute sich Sportchef Patrick Albrecht.

Besonders das junge Sturmtrio Ni­klaus Gassmann, Pascal Kern und Michel Schwerzmann war ein Faktor, den kaum jemand auf der Rechnung hatte. Es entschied mit seinen Toren unter anderem die Spiele 2 und 6 gegen Wiler. Doch Trainer Kern warnt seine Jungspunde bereits vor der kommenden Saison: «Sie müssen ihre Leistungen erst bestätigen. Das wird schwierig und erfordert viel Arbeit.»

Das Team zusammenhalten

Viel Arbeit sieht Kern auch auf den Rest der Mannschaft zukommen: «Wir können mit der Saison zufrieden sein, doch Euphorie ist fehl am Platz.» Sehr gut gefallen hatte ihm vor allem der Teamgeist und die kämpferische Einstellung: «Es wäre perfekt, wenn wir dies beibehalten könnten.» Dabei hofft der Cheftrainer, dass er sein Team möglichst beisammen­halten kann: «Um jeden Spieler, der geht, ist es schade.» Auch weil ein Ziel für die nächste Saison sein wird, in der Regel mit drei kompletten Linien antreten zu können. Das schont Kräfte und eröffnet neue taktische Möglichkeiten.

Verhandlungen mit Kivilehto

Gerade mit Blick auf das alljährliche aggressive Transferverhalten von Kantonsrivale GC ist es ein schwieriges Unterfangen, das Kader zu halten. Definitiv ist laut Albrecht bis dato freilich nur ein Abgang: Hautaniemi muss das geplante Studium in seiner Heimat beginnen, spricht aber bereits heute von einer späteren Rückkehr nach Winterthur. Noch offen ist der Verbleib von Felix Buff, Marco Carrara, Johannes Hartmann, Lax, Kinnunen, dem an Bülach ausgeliehenen Mario Meier sowie Pascal Meier.

Neu dazu kommen sollen die Nachwuchsspieler Nils Conrad, Nico Gröbli, Thomas Ingold und Ramon Stäheli. «Unser oberstes Ziel ist es, weitere Talente aus unserer Juniorenabteilung in die NLA-Mannschaft zu integrieren und zu etablieren», so Albrecht. Verhandlungen laufen zurzeit auch mit Juha Kivilehto. Der routinierte finnische Nationalspieler würde ausgezeichnet zu Kerns Überzeugung passen: «Im modernen Unihockey werden spielstarke Verteidiger immer wichtiger, gerade auch gegen Gegner wie Wiler und Ma­lans, die früh attackieren.»

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