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Zuhälter wird definitiv verwahrt

Lausanne. Das Bundesgericht bestätigte gestern den Entscheid, einen Zuhälter zu verwahren. Der Mann muss sich zudem in einem weiteren Fall von Menschenhandel verantworten.

Wegen Menschenhandel, Vergewaltigung, Gefährdung des Lebens und weiterer Delikte hatte das Zürcher Obergericht einen Zuhälter letztes Jahr in einem der grössten Prozesse wegen Zuhälterei und Menschenhandel zu 14 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem ordnete es die Verwahrung des Mannes an. Der aus Ungarn stammende Mann hatte zwischen Ende 2007 und 2008 mehrere junge Landsfrauen aus Ungarn am Zürcher Sihlquai zur Prostitution gezwungen und brutal gequält. Eine der Frauen hatte der sadistisch veranlagte Zuhälter sexuell genötigt, geschlagen, mit einem Messer verletzt und mit verschiedenen Gegenständen penetriert. Zudem hatte er die Frau fast aus dem Fenster gestossen. Einer Schwangeren trat er so lange in den Bauch, bis sie ihr Ungeborenes verlor.

Sicherheit stärker gewichtet

Der Betroffene wandte sich gegen seine Verwahrung ans Bundesgericht, das gestern den Entscheid des Obergerichts bestätigte und die Beschwerde des Zuhälters abwies. Der Mann hatte argumentiert, dass er nach Verbüssung der Freiheitsstrafe sowieso nach Ungarn ausgeschafft werde. Zudem werde gegen ihn in diesem Fall eine Einreisesperre von unbestimmter Dauer verhängt. Damit sei es unwahrscheinlich, dass er in der Schweiz je wieder ein Delikt begehen könnte. Das Bundesgericht hält ihm entgegen, dass die Gutachter das Risiko vergleichbarer Taten als sehr hoch erachten. Das Obergericht habe das öffentliche Interesse an Sicherheit deshalb stärker gewichtet als die Freiheit des Verurteilten.

Die allfällige künftige Ausschaffung und die Einreisesperre würden daran nichts ändern. Es bestehe auch kein Raum für weniger einschneidende Massnahmen, wie etwa eine Therapie. Gemäss den Gutachtern weist der Verurteilte psychopathische Merkmale auf. In solchen Fällen würden die in der Therapie entwickelten Kenntnisse und Fähigkeiten von Betroffenen zur weiteren Professionalisierung des kriminellen Verhaltens gebraucht.

Weiterer Fall zur Prüfung

Im Gegenzug hat das Bundesgericht die Beschwerde der Oberstaatsanwaltschaft in einem Punkt gutgeheissen. Das Obergericht wird nun prüfen müssen, ob der Betroffene sich ge­gen­über einer weiteren Frau des Menschenhandels schuldig gemacht hat. Neben den beiden Bandenchefs waren auch zwei bereits ausgeschaffte Mitläufer im Prozess verurteilt worden. Der eine erhielt vier Jahre Freiheitsstrafe, der andere 18 Monate bedingt. Das Bezirksgericht Zürich hatte die zwei Haupttäter 2010 in erster Instanz zu zehn Jahren und Verwahrung sowie zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. (sda)

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