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Zum Beispiel Kukan, Schäppi und Fiala

Erst auf das zweite Turnierwochenende hin fand Coach Sean Simpson das ideale Team. Die WM beförderte einige Schweizer Aufsteiger ins Rampenlicht.

Im ersten WM-Match stand Reto Schäppi zwischen Thomas Rüfenacht und Victor Stancescu als Center der vierten Linie gegen Russland im Einsatz. Die Aufgabe bestand darin, in erster Linie Tore zu verhindern. Im sechsten Spiel führte der Zürcher die Flügel Andres Ambühl und Simon Moser in den Kampf gegen Kasach- stan. Das war beim besten Willen keine defensive Linie. Schäppi hatte sich seinen Aufstieg mit konstant guten Leistungen erarbeitet. Luca Cunti, der Offensivkünstler, ging mit Denis Hollenstein und Sven Bärtschi an seiner Seite in die WM. Der Auftrag lautete: Tore produzieren. Für den wichtigen Match gegen Kasachstan rutschte der «Künstler» zwischen Benjamin Plüss und Rüfenacht als Mittelstürmer in eine Formation ab, die kaum Einsätze zur «Prime Time» erhält. Nur wegen der Verletzung Kevin Romys (vgl. «Zahl des Tages») rückte Cunti nochmals nach vorne. Schäppi und Cunti stehen als Beispiele für einen Auf- und einen Absteiger. Es gibt noch weitere. Bestandene wie Robin Grossmann oder Tim Ramholt, die wegen der vielen Absagen Möglichkeiten gehabt hätten, sich einen Stammplatz zu sichern, konnten ihre Chance nicht nützen. Ramholt ist seit seinen drei Einsätzen gegen Deutschland kein Thema mehr. «Warten und ausnützen» Interessant ist die gegensätzliche Entwicklung bei Grossmann und Dean Kukan. Der 21-jährige WM-Debütant Kukan rutschte im Auftaktspiel gegen Russland aus den ersten sechs Verteidigern. Gegen die USA hatte er noch 1:47 Minuten Eiszeit, Grossmann 14 Minuten. Gegen die Weissrussen war Kukan 4:16 im Einsatz, Grossmann 16:25. Erst nach diesen drei Niederlagen begann sich das Blatt zu wenden. Kukan spielte gegen Deutschland fast 14 Minuten, Grossmann noch knapp 6. Gegen die Finnen war der Davoser überzählig auf der Bank, Kukan ar­bei­te­te 22 Minuten. Und auch gegen Kasachstan hatte «der Mann aus Lulea» dreimal so viele Einsätze wie Grossmann; als ständiger Partner von Eric Blum. Kukan erzielte nach zehn Minuten mit seinem ersten Länderspieltor die wichtige 1:0-Führung in Unterzahl. «Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Schuss reingeht.» Andere hätten nicht gedacht, dass Kukan in die Offensive geht. «Als siebter Verteidiger hast du wenig Eiszeit und auch nicht so viel Selbstvertrauen», sagt er. «Da musst du auf deine Chance warten und sie dann packen.» Man hätte sich gewünscht, Trainer Sean Simpson hätte sie ihm schon früher gegeben. Grossmann spielte, so lange er durfte, viel zu riskant und flapsig. Berra und Josi Etienne Froidevaux, zuerst überzählig, hat seinen Platz im Team ebenfalls gefunden. Und dann ist da dieser Jüngling, der sich wie Kukan in Schweden weiterentwickelt, der noch nicht 18-jährige Kevin Fiala. Der Jönköping-Stürmer weist die beste Plus-Minus-Bilanz im ganzen Team auf (+3). Wäre er vor dem Tor noch erfolgreicher, hätte er auch mehr Skorerpunkte als die zwei Assists geholt. Der Jüngling mit dem Gitter hat ein Spielverständnis in der eigenen Zone, das seinesgleichen sucht. Und immer wieder nimmt er erstaunten Gegnern den Puck einfach vom Stock. Neben den Auf- und Absteigern gibt es auch solche, die sich in ihrer wichtigen Rolle bestätigen konnten. Torhüter Reto Berra war die mangelnde Wettkampfpraxis kaum anzusehen. Roman Josi kurbelte wieder das Spiel an. Nicht so überzeugend wie an der letzten WM, aber er war der klar beste Schweizer Feldspieler. Denis Hollenstein hat eine wichtige Rolle in der Mannschaft, Andres Ambühl steigerte sich auf den zweiten Teil hin. Damien Brunner gelang die erhoffte Verbesserung im Vergleich zur Vorbereitung, aber er war nicht in Bestform. Das gilt auch für Simon Moser, der sechs Partien lang kein Tor erzielte.

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