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Zum ersten Mal zwei Siege in Folge

Kloten. Mit dem 2:1 (0:1, 2:0, 0:0) gegen die Rapperswil-Jona Lakers behaupten sich die Kloten Flyers im breiten NLA-Mittelfeld.

Kloten – Rapperswil-Jona Lakers war ein Spiel, in dem viele Serien hätten zu Ende gehen können, es wurde aber ein Match, in dem sich (fast) alles bestätigte. Den Flyers liegen die Lakers offenbar schon so gut, dass die St. Galler selber nicht mehr richtig daran glauben, sie schlagen zu können. Seit gestern heisst es: 18 NLA-Duelle in Folge wurden von den Kloten Flyers gewonnen. Einmal im Penaltyschiessen, einige Male knapp. Aber seit dem Saisonstart 2009 und der Heimniederlage (1:3) heisst der Sieger stets Kloten. Und was noch wichtiger war: Zum ersten Mal in dieser Saison holten die Flyers (endlich) zwei Siege in Folge. Daran änderte auch der glückliche Auftakt für die Rapperswiler (oder der unglückliche für die Flyers) nichts. Torhüter Lukas Meili war nach 75 Sekunden bei einem Schüsschen von Michel Riesen nicht bereit und kassierte das, was in der deutschen Sprache als «faules Ei» beschrieben wird. Von diesem Schlag mussten sich die Flyers zuerst einmal erholen. Sie benötigten ein ganzes erstes Drittel dazu. «Doch dann begannen wir mit so viel Power Eishockey zu spielen und ein Forechecking zu betreiben, wie wir es können», sagte Denis Hollenstein. Er schoss – eine andere Serie – zum dritten Mal in Folge einen Treffer, den wichtigen zum 1:1 nach 30 Minuten und fünf Sekunden. Die grosse Vorarbeit dazu hatte Brooks Laich mit seinem imponierenden Kampfgeist und dem Puckgewinn an der Bande geleistet. Die Serie des Kanadiers nach gestern: In jedem seiner vier Matches hat er mindestens einen Skorerpunkt geholt. Dass ihm zum ersten Mal kein Tor gelang, war nicht so wichtig. Denn es sprang ein anderer in die Lücke, ein Unerwarteter: Lars Neher konnte nur dreieinhalb Minuten nach dem 1:1 alleine auf Goalie David Aebischer losziehen, er schlug ihn blitzsauber auf der Fanghandseite. Der 20-jährige Neher, der schon über 30 NLA-Partien absolviert hat, erzielte seinen ersten Treffer. Auf die Reise geschickt hatte ihn Philippe Schelling mit «einem wirklich schönen Pass», wie Trainer Tomas Tamfal lobte. Solche Zuspiele seien nicht einmal in einem Lehrbuch beschrieben. «Respekt» Die Flyers hielten nachher den Vorsprung, und sie kamen sogar noch zu der einen oder andern Chance, den Sieg früher zu sichern. Raffaele Sannitz, der sich von Spiel zu Spiel in kleinen Schritten steigert, vergab eine, Matthias Bieber eine zweite. Umgekehrt kamen die Flyers auch in den letzten Minuten, als die Lakers mehr Druck zu machen versuchten, kaum in ernsthafte Gefahr. Lukas Meili hatte sich von seinem Fehlgriff wieder einigermassen erholt. Er strahlte zwar nicht die gewohnte Sicherheit aus, aber er kämpfte sich zurück. Wie die ganze Mannschaft. Zum ersten Mal in dieser Saison gewannen die Flyers ein Spiel, in dem sie nicht das erste Tor erzielt hatten. «Das Team verdient meinen ganzen Respekt, wie es in dieser heiklen Si­tua­tion zusammengehalten hat», sagte Tamfal. Natürlich ging vor allem die erste Linie mit Laich, Hollenstein und Bodenmann voran, die andern haben noch Steigerungspo­ten­zial – wie das Powerplay auch. Um Definitives und Absolutes festzuhalten, ist es noch verfrüht, aber immerhin ists doch eine auffällige Tendenz: Mit Meili im Tor holten die Flyers inzwischen 10 ihrer 14 Punkte. Zum ersten Mal absolvierte der 20-Jährige zwei NLA-Partien hintereinander, nach dem Match in Ambri kassierte er auch gegen die Lakers nur einen Gegentreffer. Der Nachwuchsmann hat bisher eine überraschend gute Figur abgegeben. Hätten die Flyers gegen die Lakers verloren, wäre der Druck von unten (Playout-Ränge) bereits wieder enorm gross geworden. Nun sieht es ein bisschen besser aus. Eine Niederlage am Dienstag im Heimspiel gegen Biel brächte die Unruhe wieder zurück. Und am Samstag in einer Woche kommt Genf-Servette nach Kloten, das gestern bereits den neunten Sieg in Folge feierte. Peinlicher Spezza Einige Worte seien noch dem vermeintlichen Star der Rapperswiler gewidmet, Jason Spezza. Was der Kanadier mit der Nummer 19 aufführte, war in höchstem Mass bescheiden. Fast aufreizend nonchalant und unbeteiligt kurvte er auf dem Eis herum. Er hat seine Serie verlängert, aber dar­auf kann er keinesfalls stolz sein: Auch im vierten NLA-Spiel in Folge blieb er ohne Skorerpunkt. Das ist eher peinlich, da haben die St. Galler definitiv keinen Glücksgriff getan. Eigentlich müsste Spezza der überzählige Ausländer sein.

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