Zum Hauptinhalt springen

Zum Geburtstag ein Gang in den Untergrund

Mit sichtlicher Freude hat Pearl Pedergnana (SP) gestern Medien, Anwohnern und ihren Kindern die Baustelle am Bahnhof gezeigt.

Pearl Pedergnanas Begeisterung fürs Bauen am Bahnhof ist ungebrochen. Sie ist so fasziniert von der Komplexität der Baustelle, dass sie extra eine Führung auf ihren 53. Geburtstag legte – rund 100 Tage nach Baubeginn. Es sei «keine alltägliche Baustelle», sagte sie – auch ihren Kindern. Diesen tiefen Einblick in den Untergrund habe man nun «40 Jahre lang nicht mehr», und die Arbeiter sowie ihre Unternehmungen böten «eine Meisterleistung». In der Tat ist es eindrücklich, was in sieben Metern Tiefe alles bedacht und koordiniert werden muss. Da kommt zum einen das ganze Abwasser aus Oberwinterthur in der jetzt aufgebrochenen Kanalisation geflossen. Wenn es regnet, wird die rund 30 Meter lange Baugrube zur unappetitlichen Badewanne und muss jeweils leergepumpt werden, bevor die Arbeiten weitergehen können. Ist es trocken, genügt es, das Abwasser mit einem 20 Zentimeter dicken Schlauch in einen Schacht auf Strassenniveau zu leiten. Wobei der Schlauch mit gelben Klebebandringen abgedichtet ist und sich doch immer wieder neue feine Schmutzwasserfontänchen bilden, die nach noch mehr Isolationsband verlangen. In der Baugrube sieht man auch die fünf Betonpfosten, die künftig die Kräfte des auskragenden Pilzdachs in den Untergrund leiten sollen. Ihre Bauweise ist für hiesige Verhältnisse beeindruckend: 25 Meter tief wurden baumstammdicke Stahlrohre in den Boden getrieben, den Kies daraus hob ein Spiralgestänge empor. Dann wurden die Rohre mit Beton und Armierung gefüllt und wieder entfernt. Die fünf Finger werden mit 2,50 Meter starken Betonriegeln verbunden, dar­auf kommen sogenannte Stahlschuhe, die wiederum als Verankerung der Stahlstützen des Pilzes dienen. Viel versteckter Aufwand also für die sichtbare Architektur. Der Stollen und die Relativierung Ein dritter Blick in der Baugrube gilt dem Entlastungsstollen, der dereinst zum Regenbecken Schützenwiese führen soll; ein Bauwerk, das allein und unabhängig vom Masterplan-Bahnhof-Kredit 32 Millionen Franken kostet. Von der Rudolfstrasse her, unter den Gleisen und dem Coop City hindurch, hatte die Tunnelbohrmaschine Erfolg: Der erste von zwei parallel verlaufenden Stollen ist fertig gefräst, der zweite in Arbeit. Von der Technikumstrasse her aber traf die Maschine bekanntlich auf einen Schmutzwasserkanal. Der Vortrieb musste abgebrochen und die Maschine muss durch eine separate Grube auf der Technikumstrasse geborgen werden. Schon bald soll es so weit sein. Dann wird man die Arbeiten fortführen; nicht mehr im Microtunnel­verfahren, sondern mit einem Kleinbagger im Tunnel, wobei ein Förderband den Aushub wegführt. Dieses Verfahren erzeuge «weniger Druck im Erdreich», heisst es in einer Mitteilung. Die Grünliberalen hatten die Panne ungewöhnlich harsch kritisiert. Peder­gnana relativierte gestern die Sache: «Ohne Überraschungen geht es nie. Auch die Piora-Mulde beim Gotthard-Basistunnel gab Probleme.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch