Zum Hauptinhalt springen

Zuppiger und seine Freunde kritisieren Parteispitze

Bruno Zuppiger kritisiert im Rücktrittsschreiben seine Partei – insbesondere «die Spitze der Zürcher SVP». Auch der «zum Teil fehlende Sukkurs» habe ihn dazu bewogen, sich aus der Politik zurückzuziehen. Die Kritik richtet sich wohl vor allem an Kantonalpräsident und Nationalrat Alfred Heer. Dieser wiederholte gestern, was er schon mehrmals gesagt hatte: Es sei schade, dass Zuppiger nicht schon früher die Konsequenzen gezogen habe. Er bedauere zwar die Umstände des Rücktritts. «Aber die Si­tua­tion war eine Belastung – für Zuppiger und die Partei.»

Im Februar hatten die kantonale Parteispitze und Zuppiger vereinbart, dass er für den Fall, dass aus der Strafuntersuchung der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft eine Anklage hervorgeht, sein Amt niederlegen wird. Dass Heer trotzdem den sofortigen Rücktritt gefordert hat, kritisiert auch Nationalrat Jürg Stahl. Es sei zudem nicht Sache des Parlaments, in Unkenntnis der Sachlage und zusätzlich zur Justiz über Zuppiger zu richten. Anders als die übrigen gestern befragten Zürcher Nationalräte hat Stahl, der mit Zuppiger befreundet ist, allerdings mit einem baldigen Rücktritt gerechnet. Er habe letzte Woche in einer anderen Angelegenheit das Gespräch mit Zuppiger gesucht und dabei gespürt, dass «es ihm nicht gut geht». Sein Rücktritt – ausgerechnet am ersten Tag der Session – zeige, dass er sich alleingelassen gefühlt habe. Auch für Nationalrat Hans Fehr ist Zuppiger «noch immer ein Freund», der offenbar aber einen Fehler gemacht habe. Es sei klar gewesen, dass der Druck auf ihn sich erhöhen werde, wenn die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen vorantreibe.

Toni Brunner, Präsident der nationalen SVP, sagte gestern dazu, die Partei habe keinen Druck auf Zuppiger ausgeübt. Die Geschichte sei natürlich «eine persönliche Tragödie». «Ich bin aber froh, dass man die Vergangenheit nun ruhen lassen kann.» Nationalrat Christoph Mörgeli findet es gut, dass Zuppiger «seinen Entscheid noch autonom treffen konnte». Und nicht als Folge einer Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft. Im Interesse der Partei hätte der Rücktritt des 60-Jährigen aber früher geschehen sollen. Auch im Hinblick auf einen Generationenwechsel: «Es rücken gute Leute nach», so Mörgeli. «Es wäre gut, wenn die Verjüngung weiterginge.» Neben Gregor Rutz, der jetzt für Zuppiger in den Nationalrat nachrückt, denke er dabei vor allem Thomas Matter (siehe auch Text unten). (ldc)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch