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Zurich schätzt Kosten des Sturms "Sandy" auf 700 Millionen Dollar

Der Hurrikan "Sandy" bürdet dem Zurich-Versicherungskonzern hohe Lasten auf. Die Naturkatastrophe von Ende Oktober in Nordamerika kostet die Zurich nach eigener Schätzung rund 700 Mio. Dollar, die laut Angaben vom Montag im vierten Quartal verbucht werden sollen.

Der Zurich-Konzern ist über das globale Geschäft und die von ihm geführte US-Gesellschaft Farmers von "Sandy" betroffen. "Sandy" war am 29. Oktober mit Hurrikanstärke auf die US-Ostküste geprallt und hatte mehr als 110 Menschenleben gefordert.

Der Sturm wütete in acht amerikanischen Bundesstaaten, vor allem New York und New Jersey. Die U-Bahn der besonders betroffenen Metropole New York wurde überflutet, der Süden von Manhattan war tagelang ohne Strom. Hunderttausende Wohnungen, Schulen und Spitäler wurden zerstört.

Wirtschaftlich droht der Hurrikan zum zweitteuersten seit 1980 zu werden. Die Schadenexperten der Risikoberechnungsfirma Eqecat gehen davon aus, dass Sandy 30 bis 50 Mrd. Dollar wirtschaftlichen Schaden gefordert hat und dass für versicherten Schaden 10 bis 20 Mrd. Dollar aufgewendet werden müssen.

Dies trifft Versicherer wie die Zurich, aber vor allem auch die Rückversicherungsbranche. Der Weltmarktführer Münchener Rück geht von Lasten in einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag in Euro aus. Der Rückversicherungskonzern Swiss Re schätzt die eigenen Kosten auf 900 Mio. Dollar.

Die versicherten Schäden liegen laut Swiss Re höher als in der Eqecat-Prognose: Die Experten des Rückversicherers haben errechnet, dass die Versicherer Beträge in der Grössenordnung von 20 bis 25 Mrd. Dollar schultern müssen.

Swiss Re betont bei solchen Schätzungen wie üblich, dass die Prognose mit grossen Unsicherheiten behaftet sei. Die Lasten sind aber auch bei anderen Branchenschwergewichten hoch: Die Hannover Rück will zwar ihr Jahresbudget für Grossschäden nicht überschreiten, dieses umfasst aber immerhin 560 Mio. Euro.

Noch keine Einschätzungen gibt es von der deutschen Allianz, dem grössten Versicherer Europas. Das Ziel, operativ 9 Mrd. Euro Gewinn hereinzuholen, soll durch Sandy nicht gefährdet werden, hiess es aus dem Konzernsitz in München.

Die Zurich-Versicherung wird im Gesamtjahr nicht nur durch Sandy, sondern auch durch das Deutschland-Geschäft belastet. Zwischen Juli und September war der Gewinn um 60 Prozent eingebrochen, weil die Reserven in Deutschland um über eine halbe Milliarde Dollar gestärkt werden mussten.

(sda)

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