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Zwei Altersheime sind doch finanzierbar

Kehrtwende in der Tösstaler Alterspolitik: Jetzt sollen doch die beiden Pflegeheime in Rikon und Turbenthal erhalten bleiben. Finanziell sei dies machbar, heisst es nun. ­Die Taxen werden aber steigen.

Für die Verantwortlichen des Zweckverbandes Altersheime Tösstal war eigentlich klar: Die vier Gemeinden Turbenthal, Wila, Wildberg und Zell können nicht zwei Betriebe führen. Das sei schlicht nicht finanzierbar, hiess es bislang stets.2010 sagte jedoch das Stimmvolk Nein zu einer Vorlage, die zum mittelfristigen Ende des Heimes in Turben­thal geführt hätte. Und im Januar erwuchs neuen Plänen heftige Kritik – der eingesetzte Lenkungsausschuss hatte vorgeschlagen, dass das Altersheim «Im Spiegel» (Rikon) saniert und als Pflegeheim geführt wird, während das «Lindehus» (Turbenthal) zu einem Heim für Demente umgenutzt und darin auch ein Angebot für Wohnen im Alter eingerichtet wird. Gegen dieses 26-Millionen-Vorhaben regte sich wieder Widerstand. Derzeit sammelt ein Initiativkomitee Unterschriften. Es fordert insbesondere, dass beide Einrichtungen als Pflegeheime fortgeführt werden.

Standorte wichtiger als Kosten

Dies will nun auch der Lenkungsausschuss, wie er gestern bekannt gab. «Zwei Pflegeheime bedeuten zwar Mehrkosten», sagte Erich Pfäffli, der Vorsitzende des Lenkungsausschusses und Gemeinderat von Turbenthal. Gemäss den im Januar gemachten Aussagen hätte die Kon­zen­tra­tion der Langzeitpflege auf einen einzigen Standort die Betriebskosten im Jahr um 545?000 Franken senken können. An den Informations- und Mitwirkungsanlässen habe sich aber gezeigt, dass das Festhalten an zwei Standorten ein wichtiger Faktor sei, so Pfäffli. «Wir haben nun versucht, diesem Wunsch nachzukommen, aber auch auf der betrieblichen Seite gewisse Vorteile zu erreichen.»Die gestern präsentierte neue «Variante 2013» sieht deshalb vor: «Spiegel» und «Lindehus» bleiben beide als Pflegeheime erhalten. Die zwei Häuser werden saniert. Als Kostendach hat der Lenkungsausschuss 27,8 Millionen Franken festgelegt. «Es gibt keinen Franken mehr», sagte Pfäffli.Um innerhalb dieses für verbindlich erklärten Rahmens zu bleiben, soll auf aufwendige Um- oder gar grosse Ausbauten verzichten werden. «Das Ziel ist es, dass die Altersheime innen neu werden.» Die Zimmer sollen teilweise vergrössert werden. Alle werden mit eigener Dusche und WC ausgerüstet. Gewisse betriebliche Einsparungen sollen trotz des nun angeregten Festhaltens an zwei Standorten möglich sein. Der Lenkungsausschuss denkt etwa an Auslagerungen (Ener­gie­, Reinigung Bettwäsche) oder an Kooperationen (nur eine Grossküche für beide Heime).

Finanzierung «kein Geknorze»

Die Finanzierung der Investitionen und des späteren Betriebs stuft der Lenkungsausschuss als möglich ein, wie Patrick Thaler, Gemeinderat von Zell, sagte. Und es sei «kein Geknorze», das Vorhaben dürfte gemäss einer Planerfolgsrechnung «gut finanzierbar» sein. Voraussetzung dafür ist aber, dass die neuen Statuten genehmigt werden. Diese sehen unter anderem vor, dass der Zweckverband mit eigenem Finanzhaushalt geführt wird und die vier beteiligten Gemeinden ihre heutigen Aktiven einbringen. Zudem werden auch die Bewohner die Investitionen spüren. «Wir müsssen die Pensionstaxen anpassen.» Die Taxen für Einerzimmer dürften, so sehen es die Unterlagen für die «Variante 2013» vor, von heute 107 auf 125 Franken steigen.Der Leitungsausschuss empfiehlt der Heimkommission nun, diese Variante zu realisieren und den Stimmberechtigten als ersten Schritt einen Projektierungskredit über 1,6 Millionen Franken vorzulegen. Wird dieser gutgeheissen, sollen innerhalb von rund vier Jahren zunächst zwei Sanierungsprojekte ausgearbeitet sowie anschliessend die Heime «Lindehus» und «Im Spiegel» in zwei Etappen erneuert werden.Das Initiativkomitee, das den nun auch vom Lenkungsausschuss vorgeschlagenen Erhalt zweier Pflegeheime verlangt, hatte gestern tagsüber noch keine Kenntnis von den neuen Plänen. «Wir halten vorerst an unserer In­itia­ti­ve fest», sagte Urs Kasser auf Anfrage. Das Komitee sammle weiter Unterschriften. Ein Rückzug der In­itia­ti­ve ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Das Komitee müsste aber zuerst verbindlich wissen, was genau geplant sei.

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