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Zwei grosse Sieger und zwei grosse Verlierer

GP von KanadaIn Montreal freuten sich Daniel Ricciardo sowie Nico Rosberg. Lewis Hamilton dagegen war frustriert und Sebastian Vettel tobte.

Der erste Sieg kam so unerwartet, dass sich Daniel Ricciardo (Bild) erst im Nachhinein richtig dar­über freuen konnte. «Ich habe ja nicht das ganze Rennen geführt und hatte gar keine Zeit, um zu verstehen, dass ich gewinne. Es ging eine Weile, bis die Botschaft in meinem Kopf angekommen ist», freute sich der Australier. «Ausgerechnet auf einer Strecke zu gewinnen, die unserem Auto nicht besonders zusagt, ist etwas surreal, aber wirklich cool.» Der am 1. Juli 25 Jahre alt werdende Red-Bull-Fahrer ist der 105. Grand-Prix-Sieger seit Einführung der Formel-1-WM und schon der vierte Australier. Dass seine Landsleute Jack Brabham und Alan Jones in der Folge auch Weltmeister geworden sind und Mark Webber, sein Vorgänger bei Red Bull Racing, immerhin dreimal WM-Dritter wurde, ist für ihn ein gutes Omen.

Auch er hat das Zeug zum Weltmeister, und zwar nicht nur wegen seines fahrerischen Talents, sondern auch wegen seiner positiven Ausstrahlung. Das breite Grinsen und der lockere, unbeschwerte Auftritt haben Ricciardo seit dem Einstieg in die Formel 1 begleitet. Im 57. Anlauf durfte er es erstmals und sicher nicht zum letzten Mal ganz oben auf dem Podest präsentieren. Typisch für ihn war auch die Reaktion auf den Unfall von Felipe Massa und Sergio Pérez. Er wollte sofort wissen, wie es den beiden geht, und erst nachher feiern. «Ganz besonders freut es mich, ein tolles Rennen gewonnen zu haben, an das sich die Fans noch lange erinnern werden», versicherte der WM-Dritte. «Diesen Platz zu verteidigen, ist jetzt meine neue Aufgabe. Raum nach vorne wird es trotz dieses Erfolges nicht geben. Mercedes ist zu überlegen, zum Glück aber auch nicht frei von Fehlern.»

Zweiter und zweiter Sieger in Montreal war Nico Rosberg, der, ohne es zu wissen, einen wohl wichtigen Schritt Richtung WM-Titel gemacht hat. «Ich hatte nach dem zweiten Boxenstopp und den Problemen mit dem Motor, den Bremsen und dem Verbrauch alle Hände voll zu tun und keine Ahnung von der Klassierung. Ich habe einfach noch versucht, das Auto ins Ziel zu bringen und die Meute hinter mir in Schach zu halten», sagte der 28-jährige Deutsche. Dass es trotzdem noch zu Platz 2 gereicht hat, grenzt für ihn an ein Wunder: «Es hätte auch ein Nuller werden können.»

Dieses Pech traf – wie in Melbourne – Rosbergs einzigen WM-Gegner. «Damit fehlen mir im Titelkampf 50 Punkte. Die kann ich nur mit einer neuen Siegesserie aufholen», meinte Lewis Hamilton trotzig. Der Frust über die Niederlage sass erneut tief, der in der Startphase sehr aggressive Brite bewahrte diesmal aber Haltung.

Ganz anders legte der zweite grosse Verlierer los. «Es ist frustrierend, wenn man 50 Runden hinterherfährt, sich die Zähne ausbeisst und nicht das erreicht, was möglich wäre. Unsere Gurke ist einfach zu langsam auf den Geraden», tobte Sebastian Vettel, hatte aber auch ein Lob für seinen mit demselben Material siegreichen Teamkollegen bereit. pl

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