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Zwei Kleine wollen ein Grosser werden

paris. Renault hat eine Zusammenarbeit mit dem auch in der Formel 1 aktiven britischen Leichtbauhersteller Caterham angekündigt. Ambitioniertes Ziel ist es, in nur 48 Monaten einen Sportwagen der Extraklasse auf die Strasse zu bringen – den Alpine Caterham.

Es ist schon einige Monate vergangen, seit Renault zum 50. Geburtstag der einst so beliebten Sportwagenmarke Alpine deren Wiederbelebung angekündigt hat. Nun sind die Franzosen eine Kooperation mit Caterham eingegangen, um die wunderschöne Studie Alpine A110-50 vielleicht endlich auf die Strasse zu bringen. Eigentlich ist es viel mehr als eine Kooperation, denn die bisherige Marke Caterham wird ab nächstem Jahr offiziell Alpine Caterham heissen und auch 50 Prozent der Anteile an Alpine halten. Alpine gehörte bisher vollumfänglich zum Renault-Konzern. Das letzte Fahrzeug dieser Marke ist 1995 gebaut worden.

Die Caterham Group gehört zum Gemischtwarenladen des Formel-1-Teamchefs Tony Fernandes aus Malaysia. Der englische Sportwagenbauer setzt seit der Gründung des Unternehmens 1973 auf extremen Leichtbau. Damals war Gründer Graham Nearn einer der grossen Lotus-7-Händler in England. Der superleichte Sportwagen stammte vom legendären Rennwagenkonstrukteur Colin Chapman. Caterham übernahm die Rechte, den beliebten Sportwagen weiterzubauen, als Lotus die Produktion des Modells einstellte. Seither sind schon zahllose Varianten des Lotus Seven entstanden.

Seit der Übernahme durch Fernandes heisst es, Caterham wolle ein völlig neues Modell entwickeln. Dieses Projekt kann nun mit der Beteiligung an Alpine schneller als geplant vorangetrieben werden. Es gilt denn auch als sicher, dass sich die beiden Fahrzeuge die technische Basis teilen werden.

Die Forschung und Entwicklung soll ganz in den Händen der Briten liegen, als Produktionsort ist aber das Werk an der Wiege der Marke Alpine im französischen Dieppe. Wie viel die neuen Modelle mit den Wagen von Caterham oder der Studie A 110/50 gemeinsam haben werden, ist noch völlig unklar.

Die Marke Alpine wurde von Jean Rédélé im Jahr 1955 gegründet. Der Name Alpine war eine Anlehnung an den Alpenpokal, den Rédélé ein Jahr zuvor mit einem selbst entwickelten Rennwagen auf Basis des Renault 4 gewonnen hatte. Bereits zehn Jahre später hatten die Alpine-Fahrzeuge einen derart guten Ruf, dass sie über das offizielle Renault-Händlernetz vertrieben wurden. 1962 erblickte das bekannteste Automobil von Rédélé das Licht der Welt, die Alpine A110, die in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag gefeiert hat. Zum neuen Modell sind noch keine Fakten bekannt. Die Studie A110/50 könnte aber durchaus Realität werden, denn sie lehnt nicht nur formal an die Sportwagen aus Dieppe an. Wegen des Mittelmotors und des geringen Gewichts von 1150 Kilogramm ist die Studie auch technisch sehr eng mit den alten Alpine-Modellen verwandt.

Eine Zusammenarbeit ganz anderer Art zwischen Caterham und Renault gibt es seit letztem Jahr. Renault ist der Motorenlieferant des Formel-1-Teams Caterham, das 2010 unter dem Namen Lotus den Platz von Sauber bedroht hatte. Angesichts der neuen Entwicklung will Fernandes seinen Platz als Teamchef einem erfahrenen Nachfolger übergeben und sich selbst auf die kommerzielle Entwicklung des Rennstalls und der Caterham-Gruppe insgesamt konzentrieren. «Was den Rennsport angeht, haben wir beschlossen, dass es besser wäre, wenn jemand anderer das Kommando übernähme, um das Team voranzubringen. Wir sind definitiv im Business besser als darin, einige Zehntelsekunden pro Runde zu finden», erklärte der erfolgreiche Geschäftsmann auch im Namen seines Partners Kamarudin Meranun.

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