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Zwei Punkte verspielt, einen gerettet

newcastle. Die Schweizer Olympiafussballer mussten sich in ihrem Startspiel gegen Gabun mit einem 1:1 zufriedengeben. Die SFV-Auswahl führte dank einem Penalty-Treffer Mehmedis früh, ehe sie aus Eigenverschulden in Schwierigkeiten geriet.

Die Prognose, wonach die zwei Viertelfinal-Plätze in der Gruppe B wohl erst am letzten Spieltag endgültig vergeben werden, hat sich bewahrheitet. Südkorea drängte die von vielen Experten zum Turnierfavoriten erklärten Mexikaner beim 1:1 an den Rand einer Niederlage. Und ob die Schweizer Bonuspunkte vergeben haben, wird sich bereits am Sonntag im Duell gegen die Asiaten weisen.

«Das Resultat ist gerecht», äusserte sich Pierluigi Tami zu einem aus seiner Sicht bestimmt nicht befriedigenden Abend in Newcastle diplomatisch. «Wir hatten taktisch Mühe. Ich habe auch gute Dinge gesehen.» Captain Diego Benaglio liess seiner Enttäuschung freien Lauf: «Es ist mir unerklärlich, weshalb wir den Faden nach unserem sehr guten Start derart verloren haben.»

Es sei einiges unglücklich gelaufen, erklärte die Nummer 1 der A-Nationalmannschaft. Nicht nur Benaglio forschte irgendwie vergeblich nach dem wahren Grund der missratenen Fortsetzung nach der frühen 1:0-Führung. Auch andere Beteiligte mutmassten, weshalb es zum Bruch und zum Ausgleich durch Pierre-Emerick Aubameyang (45.) kam, was fehlte, um einen zu Beginn inferioren Afrika-Champion entscheidend und vor allem viel länger zu dominieren.

Am Ende mussten die Schweizer in erster Linie froh sein, den Schaden in Unterzahl eingedämmt zu haben. Wegen einer gelb-roten Karte gegen Oliver Buff (78./Schwalbe) sah sich die SFV-Equipe gar veranlasst, das unbefriedigende Remis gegen einen aus diversen Gründen personell geschwächten Kontrahenten in Unterzahl zu halten.

Nach Traumstart abgebaut

Ohne Not und sportlichen Grund manövrierten sich die Schweizer gegen Gabun in eine heikle Lage. Der in den letzten Wochen akribisch vorbereitete Olympiastart verlief nahezu perfekt. Admir Mehmedi verwertete einen von Innocent Emeghara provozierten Foulpenalty in der 5. Minute und de- mons­trierte dabei Nervenstärke: Der Schiedsrichter liess den erfolgreichen Schuss des Kiewer Stürmers wiederholen, weil Fabian Frei zu früh in den Strafraum gelaufen war – ohne negativen Folgen, weil Mehmedi Gabuns Keeper Ovono auch im zweiten Anlauf in die falsche Ecke schickte.

Auch die nächste Szene beanspruchten die Schweizer für sich. Zu ihrem Nachteil war es eine eigentliche Slapstick-Einlage – mit Mehmedi in der eher unrühmlichen Hauptrolle. Der Zürcher verfehlte rund einen Meter vor dem leeren Tor unbedrängt den Ball. Zu seiner «Ehrrettung» hatte er im Offside gestanden …

Und weil Mehmedi eben nicht der Einzige war, der markant von seinem Schwung der ersten Viertelstunde einbüsste, kamen die Schweizer mehr oder wenig selbst verschuldet von ihrer zunächst idealen Linie ab – notabene gegen einen Kontrahenten mit lediglich drei Feldspielern auf der Ersatzbank.

Knäbels Forderung

Nach knapp 25 Minuten hatten die Zentralafrikaner die Spuren ihrer schlechten Personalplanung unter Mithilfe der Schweizer beseitigt. Und unmittelbar vor der Pause profitierten sie von einer abgefälschten Flanke, deren Flugbahn von Timm Klose nicht mehr richtig einzuschätzen war. Aubameyang, der Stürmer aus St. Etienne, verwertete seine zweite Chance kaltblütig; seine erste Soloaktion hatte Diego Benaglio mirakulös vereitelt.

Schon in den Minuten vor dem Gegentor zur Unzeit hatten die Schweizer enttäuscht, nach der Pause übertrug sich der negative Eindruck auch aufs Publikum. Die «neutralen» Zuschauer im nur zu rund einem Drittel besetzten «St. James Park» goutierten den überraschend zurückhaltenden Auftritt der Schweizer Talente gar nicht.

«Die Reaktion des Publikums sagt viel über unsere Leistung aus. Es war eigentlich ein Spiel der zwei Hälften», kommentierte SFV-Direktor Peter Knäbel die mässige Darbietung. «Nur war es etwas einseitig verteilt: 20 zu 70 Minuten.» Gegen die Einschätzung Knäbels ist nichts einzuwenden – ebenso wenig wie gegen das Fazit des Deutschen: «Wir müssen uns gewaltig steigern.» (si/red)

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